Zwischen Praxis, Deuten und Positionieren
Abstract
Dieser Beitrag beleuchtet die Bedeutung sozialer Medien als Sozialisationskontexte Jugendlicher. Dazu wird politische Mediensozialisation als dynamischer Prozess aus drei miteinander verflochtenen Ebenen verstanden: mediale Praktiken, Deuten von Politik und Medien sowie politische Subjektpositionierungen. Das empirische Material besteht aus qualitativen Leitfadeninterviews mit Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren.Die zentralen Ergebnisse zeigen, dass Jugendliche politische Inhalte vermehrt nebenbei konsumieren. Vertrauen und Glaubwürdigkeit von Inhalten werden anhand verschiedener plattformspezifischer Zuschreibungen ausgehandelt, wobei Kommentarspalten häufig als Orientierungsfolie für wahrgenommene öffentliche Stimmungen herangezogen werden. Der praktische Zugang zu politischen Deutungen erfolgt kanalgeleitet und vorsichtig; TikTok gilt als Unterhaltungs- und Misstrauensmedium, während Instagram einen niedrigschwelligen Zugang zu politischen Inhalten verspricht. Die Verantwortung für die Richtigkeit und Angemessenheit politischer Inhalte wird überwiegend individualisiert. Generell werden politische Inhalte auf den sozialen Medien überwiegend skeptisch bewertet. Wahrgenommene Polarisierung und emotionale Überladung schränken die aktive Mitgestaltung ein.
Fields of Study & Subjects
Social Media and Politics
Media Studies and Communication
Media Influence and Health
Publication details
- Journal / source
- MedienPädagogik Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung
- Publisher
- OAPublishing Collective
- Pages
- 79–103
- Publication date
- 26 July 2026
- Language
- DE