Handyverbot macht Schule
Abstract
In Kärnten, dem südlichsten Bundesland Österreichs, besteht seit Februar 2025 ein Handyverbot für Volksschulen. Seit Mai 2025 gilt ein vergleichbares Verbot österreichweit bis zur 8. Schulstufe, mit Ausnahmen für Unterrichts- und medizinische Zwecke. In einer Begleitstudie, die Interviews, eine Gruppendiskussion und einen Fragebogen umfasste, wurden die Einstellungen und Erfahrungen dazu aus unterschiedlichen Perspektiven (Politik, Behörden, Eltern, Schüler:innen, Lehrkräfte) beleuchtet. Die Ergebnisse verweisen generell auf einen hohen Zuspruch zum Verbot in allen Gruppen. Betont werden zahlreiche positive Effekte wie ein gestärktes soziales Miteinander, gesteigerte Konzentration und Aufmerksamkeit, eine Reduktion von Cybermobbing aufseiten der Schüler:innen oder die Entschleunigung des Schulalltags. Zusätzlich dient die Diskussion des Verbots einer gesellschaftlichen Reflexion zur Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen. Als Nachteile werden eine verstärkte Handynutzung ausserhalb der Schule und damit einhergehende Konflikte im Elternhaus beobachtet. Ferner äussern Eltern Sicherheitsbedenken aufgrund einer verringerten Erreichbarkeit ihrer Kinder. Weitere Kritikpunkte betreffen die uneinheitliche Kontrolle des Verbots an Schulen, eine schlechte Vorbildwirkung durch Lehrkräfte oder Kosten, die mit der Umsetzung verbunden sind. Auch die Angemessenheit des Verbots in unterschiedlichen Schulstufen und die Frage, ob es nicht die Selbstverantwortung der Schüler:innen einschränke und den allgemeinen Trend zur Digitalisierung an Schulen konterkariere, werden kritisch diskutiert.
Fields of Study & Subjects
Bullying
Victimization
and Aggression
Information and Cyber Security
Cybersecurity and Cyber Warfare Studies
Publication details
- Journal / source
- MedienPädagogik Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung
- Publisher
- OAPublishing Collective
- Pages
- 303–325
- Publication date
- 24 August 2026
- Language
- DE