Der Einfluss genetischer Subtypen des diffusen großzelligen B Zell Lymphoms auf das Migrationsverhalten

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Authors: Marwa Sherif
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Abstract

Das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) ist die häufigste bösartige Neoplasie des lymphatischen Systems. Es gehört zu den Non Hodgkin Lymphomen und wird häufiger bei Männern als bei Frauen und meist in fortgeschrittenerem Lebensalter diagnostiziert. Genetisch kann das DLBCL nach Ursprungszelle in einen Activated B-cell-like (ABC) und Germinal Center B-cell-like (GCB) eingeteilt werden. Die Prognose des DLBCL hängt von einer Vielzahl patientenbezogener Faktoren, dem Krankheitsstadium sowie spezifischen genetischen Mutationen ab. Dabei zeigt der GCB-Subtyp im Vergleich zu anderen molekularen Subtypen insgesamt ein günstigeres Ansprechen auf die Therapie und ein verbessertes Langzeitüberleben. Zellmigration ist ein Mechanismus, der wichtig für jede Immunzelle ist, wobei normale Immunzellen meistens effizienter als neoplastische Immunzellen sind. Angesichts der zentralen Bedeutung der Zellmigration für Immunzellen bestand das Ziel dieser Studie darin, zu untersuchen, ob unterschiedliche genetische Subtypen des DLBCL ein unterschiedliches Migrationsverhalten aufweisen. Verschiedene Zelllinien des DLBCL wurden auf ihre Basalmigrationsgeschwindigkeit in geraden Mikrokanälen untersucht. Zudem wurde ihre Fähigkeit, Verengungen von 2 μm zu überwinden, untersucht. Im Vergleich zeigten die EZB-Subtyp-Zelllinien eine schnellere basale Migrationsgeschwindigkeit und eine kürzere Zeit zum Passieren der Verengungen als der MCD-Subtyp. In unseren 4D Bild Untersuchungen von sieben nativen DLBCL Fällen kamen wir auf ähnliche Ergebnisse. Bei der Suche nach einer Erklärung für die beobachteten Phänomene, fiel unser Blick auf den Zellkern. Ein starrer Zellkern kann auch die Fähigkeit beeinflussen, eine Verengung zu überwinden. Erhöhte Lamin A/C Werte führen zu einer steiferen Kernmembran und sind so entscheidend für die mechanische Stabilität des Zellkerns. In unseren Lamin A/C Experimenten fanden wir heraus, dass der MCD- Subtyp ein signifikant erhöhtes nukleares Lamin A/C aufweist, sodass dies das geringere Migrationsverhalten erklären könnte. Als Letztes analysierten wir die mutierten, bewegungsassoziierten Gene in MCD- und EZB-DLBCL. Das unterschiedliche Mutationsmuster der genetischen Subtypen könnte auch für das Migrationsverhalten verantwortlich sein. Zusammenfassend beobachtete unsere Studie Unterschiede im Migrationsverhalten verschiedener genetischer Subtypen von DLBCL-Zelllinien sowie einen ähnlichen Trend in einer kleinen Gruppe primärer DLBCL-Fälle. Dies deutet darauf hin, dass der genetische Subtyp das Migrationsverhalten beeinflusst. Um die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen vollständig zu verstehen und potenzielle therapeutische Ansätze zu identifizieren, sind weitere Studien erforderlich, die diesen Effekt auch in einer großen Kohorte gut charakterisierter primärer DLBCL-Fälle nachweisen.

Fields of Study & Subjects

Lymphoma Diagnosis and Treatment Chronic Lymphocytic Leukemia Research Lymphatic System and Diseases

Publication details

Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis