Didaktik und Deixis
Abstract
Die vorliegende, zur Allgemeinen Didaktik gehörende Arbeit, gibt mittels des erweiterten, linguistischen Konzepts der Deixis dem Sprechen seinen vollen Wert. Grundlegend sind dabei die Unterscheidung von énonciation / aussagen, sprechen und énoncé / Ausgesagtes, die auch Lacan verwendet, sowie die strukturelle Vorgabe, dass das diskursive Sprechen keine fixen Referenzen hat – ein »ich« ist nur so lange ein »ich«, wie es spricht, und ein »du« nur so lange ein »du« wie es zuhört. Die Situierung im unsichtbaren Netz der deiktischen Bezüge (vor allem Pronomina) führt dazu, dass sich jedes sprechende Subjekt am Ursprung seiner zeitlichen und räumlichen Bezüge zur Welt wähnt. Das hat enorme Konsequenzen für das Miteinander, für die Anerkennung der Anderen. Zugleich verliert das Subjekt sein unmittelbares Sein, was Voraussetzung seines Begehrens ist. Das in Frankreich von F. Imbert entwickelte Quoi-de-neuf (wie auch Balint-Gruppen) sind geeignete Formen, die Subjektivität der Lernenden (und Lehrenden) durch regelmässige Versammlungen, in der frei gesprochen werden kann, zu bereichern.
Fields of Study & Subjects
Psychoanalysis
Philosophy
and Politics
Psychoanalysis and Psychopathology Research
Psychology and Mental Health
Publication details
- Journal / source
- RISS – zeitschrift für psychoanalyse
- Issue
- 101
- Publication date
- 4 February 2026
- Language
- DE