Prozessbasierte Therapie
Abstract
Traditionelle Diagnosesysteme der klinischen Psychologie und Psychiatrie basieren auf dem medizinischen Krankheitsmodell, das psychische Störungen als Ausdruck latenter Erkrankungen betrachtet. Dieses kategoriale Verständnis weist jedoch erhebliche Schwächen auf. Der prozessbasierte Therapieansatz bietet ein alternatives Konzept zur Diagnostik, Fallkonzeptualisierung und Behandlung. Psychische Störungen werden als dynamische Systeme funktional verbundener Prozesse angesehen. Das erweiterte evolutionäre Metamodell (EEMM) dient dabei als theoretische Grundlage zur Erfassung kontextabhängiger, veränderbarer psychologischer Prozesse. In Kombination mit dem Netzwerkansatz und der Netzwerkkontrolltheorie lassen sich individuelle Problemkonstellationen präzise abbilden und für das Individuum relevante Ansatzpunkte für Interventionen ableiten. Der vorliegende Beitrag erläutert die theoretischen Grundlagen des prozessbasierten Therapieansatzes, der vereinheitlichende Rahmen des EEMMs sowie die praktische Anwendung des Netzwerkansatzes und der Netzwerkkontrolltheorie zur individualisierten Fallkonzeptualisierung und Therapieplanung.
Fields of Study & Subjects
Mental Health Research Topics
Personality Disorders and Psychopathology
Anxiety
Depression
Psychometrics
Treatment
Cognitive Processes
Publication details
- Journal / source
- Ärztliche Psychotherapie
- Volume
- 21
- Issue
- 1
- Pages
- 26–32
- Publication date
- 1 February 2026
- Language
- DE