Der lange Schatten
Abstract
Die Ausführungen konzentrieren sich auf das Phänomen der Fütterungs- und Essstörungen von Säuglingen und Kleinkindern, deren Mütter noch von früheren Verlusterlebnissen eingenommen sind. Durch die Trennung während des Geburtsvorgangs und das gemeinsame Erleben mit dem Kind bekommt die Trauer mit ihren transgenerationalen Verstrickungen eine unerwartet starke Dynamik, die sich auf das Gedeihen des Säuglings existenziell auswirken kann. Die Mutter ist von ihrer Trauer besetzt und kann ihr lebendes Kind nicht kreativ besetzen. Anhand von Fallvignetten wird dieses Phänomen dargestellt. Die Ausführungen führen auch unmittelbar in therapeutische Sitzungen und zeigen die Möglichkeiten von psychoanalytisch orientierter Eltern-Kleinkind-Therapie, Eltern und Kind in besonderer Art und Weise anzusprechen, den Trauerprozess in Gang zu bringen, sodass Eltern und Kind einander entdecken können. Der Dialog zwischen Kind, Eltern und Psychotherapeuti:n kann das Unbeschreibliche, Schreckliche und Ängstigende der Beziehungsdynamik in kreative Prozesse umwandeln. Dabei spielt die Präsenz des Kindes im Therapieraum die zentrale Rolle.
Fields of Study & Subjects
Grief
Bereavement
and Mental Health
Child Therapy and Development
Family Support in Illness
Publication details
- Journal / source
- Kinderanalyse
- Volume
- 34
- Issue
- 1
- Pages
- 26–53
- Publication date
- 1 January 2026