Zusammenhang zwischen Patella Tracking und Dehnung der vorderen Kniegelenkskapsel

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Authors: Valentin Volkert
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Abstract

Die vorliegende Dissertation widmet sich der Untersuchung des postoperativen patellofemoralen Schmerzsyndroms und seiner bis dato nicht eindeutig geklärten zugrunde liegenden Pathophysiologie. Besonders im klinischen Kontext manifestiert sich eine gesteigerte Prävalenz postoperativer Schmerzen im Bereich des anterioren Knies nach totalem Gelenksersatz (Mathis et al. 2021). Im Jahr 2023 wurden in Deutschland über 150.000 Knie-Totalendoprothesen (K-TEP) implantiert (Grimberg et al. 2023). Ungefähr 20-25% der Patienten berichteten postoperativ von Schmerzen und Unzufriedenheit über den Zeitraum von 6 Monaten hinaus (Vilardo und Shah 2011, Andrew David et al. 2012). Dabei stellt das „Anterior Knee Pain Syndrome (AKPS)“ einen der häufigsten Faktoren für persistierende Probleme nach endoprothetischer Versorgung des Kniegelenks dar (Fehring et al. 2001, Sharkey et al. 2002, Al-Hadithy et al. 2012, Sensi et al. 2011). Ursachen dieses Schmerzsyndroms präsentieren sich in vielfältiger Form. Neben der Betrachtung relevanter Faktoren wie dem präoperativen anterioren Knieschmerz (De Oliveira Silva et al. 2023), der Gegenüberstellung eines „patella friendly“ und „patella unfriendly“ Design (Simpson et al. 2023), der Patellaform (Cao et al. 2021) und der Ausrichtung der Gelenklinie im Sinne einer Patella-Baja (Dos-Santos et al. 2021) steht im Kern dieser wissenschaftlichen Arbeit vor allem die Untersuchung der bisher nicht eindeutig geklärten Beziehung zwischen Patella-Tracking und deren Einfluss auf die Dehnung der Gelenkkapsel (Dahlmann et al. 2022). Dieser potenzielle Zusammenhang soll in der vorliegenden Promotion untersucht und gegebenenfalls quantifiziert werden. Die Schmerzentstehung beruht unter anderem auf der Dehnung mechanosensitiver Nozizeptoren (Marchand et al. 2005), die in der anterioren Kniegelenkkapsel eine hohe Dichte aufweisen (Hirasawa et al. 2000). Die Fortleitung und Verschaltung auf spinaler Ebene scheint keinen Einfluss auf die Schmerzwahrnehmung zu haben (Teimouri et al. 2023). Diese Annahme wird durch die Beobachtung unterstützt, dass eine Denervierung des infrapatellaren Astes des N. saphenus zu einer Linderung patellofemoraler Schmerzen führt (Li et al. 2014). Aus diesem Wissen entsteht die Überlegung, dass ein modifiziertes Tracking der Patella im Rahmen der operativen Versorgung zu einer erhöhten mechanischen Reizung (Dehnung) nozizeptiver Rezeptoren in der vorderen Kniegelenkskapsel führt und diese Reizung eine Schmerzwahrnehmung induziert. Das übergeordnete Ziel dieser Monografie besteht darin, einen Beitrag für einen Erklärungsansatz des patellofemoralen Schmerzsyndroms bereitzustellen. Der Fokus liegt dabei auf der Hypothese: „Das Patella-Tracking, gemessen mittels Shift und Tilt korreliert mit der Dehnung der vorderen Kniegelenkskapsel“. Dieser Aspekt könnte für die Entstehung postoperativer Schmerzen im antero-medialen Kniegelenksbereich verantwortlich sein. Die vorliegende Forschungsarbeit etabliert dabei ein methodisches Vorgehen, das als Ausgangspunkt für künftige Messreihen und die Erhebung weiterer Datensätze dienen kann. Durch diese Herangehensweise wird die Erfassung und Analyse der Interaktionen zwischen Patella-Tracking und der vorderen Kniegelenkskapsel ermöglicht und die Grundlage für neue Erkenntnisse im Kontext des patellofemoralen Schmerzsyndroms gelegt.

Fields of Study & Subjects

Total Knee Arthroplasty Outcomes Lower Extremity Biomechanics and Pathologies Knee injuries and reconstruction techniques

Publication details

Journal / source
Common Library Network (Der Gemeinsame Bibliotheksverbund)
Publication date
6 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis