Forschungsbericht 6 – Psychologische Perspektiven der analogen Fotografie
Abstract
Der Bericht ordnet analoge Fotografie als psychologisch bedeutsame Praxis in einer digital geprägten Bildkultur ein und berichtet theoretische sowie empirische Befunde. Analoge Fotografie wird dabei nicht nur als Technik, sondern als Modus des Erlebens und Handelns verstanden, der insbesondere durch Prozessbindung, Begrenzung und Materialität geprägt ist. Die empirische Basis bildet eine Onlinebefragung mit N = 1.347 vollständigen Fällen in drei Vergleichsgruppen (N = 496 Allgemeinbevölkerung, N = 521 Digital-Fotografen, N = 330 Analog-Fotografen). Übergreifend zeigt sich: Einstellungen, Wissen und Motive stehen eng mit der eigenen Praxis in Beziehung. Analog-Fotografen beschreiben analoge Fotografie deutlich stärker über Prozessqualitäten und bewusste Entscheidungssituationen, während in den Vergleichsgruppen funktionale Abwägungen und praktische Hürden stärker im Vordergrund stehen. Ein zentrales Ergebnis ist die klare Trennlinie zwischen Look und Prozess: Digitale Analog-Filter funktionieren als ästhetische Stiloption, werden jedoch selten als Alternative zur analogen Praxis bewertet. Die Durchführung analoger Prozesse erweist sich häufig als hybrid organisiert und verbindet analoge Aufnahme mit digitaler Infrastruktur. Eine Typenbildung innerhalb der Analog-Fotografen differenziert vier Profile und macht die interne Vielfalt in Einstellungen, Wissen und Verhalten sichtbar.
Fields of Study & Subjects
Photography and Visual Culture
Photographic and Visual Arts
Aesthetic Perception and Analysis
Publication details
- Publication date
- 3 March 2026
- Language
- DE