Ästhetik der Überforderung. Aufführungsanalyse versus Regiebuchanalyse von Christoph Schlingensiefs Ready-Made-Opera Mea Culpa

View at publisher
Authors: Lore Knapp
Cited by: 0

Abstract

An Beispielen aus Christoph Schlingensiefs Ready-Made-Opera Mea Culpa (2009) werden zwei Methoden einander gegenübergestellt: die Aufführungsanalyse und die Regiebuchanalyse. Die vom Wiener Burgtheater bereitgestellte Version von Schlingensiefs Regiebuch zu Mea Culpa enthält den Text, Regieanweisungen zu Auf- und Abtritten sowie zu manchen Gesten und erwähnt Video- und Toneinspielungen. Die Begrenztheit dieser Informationen unterstreicht die Differenz der Regiebuchanalyse zur Aufführungsanalyse und betont die Notwendigkeit eines theaterwissenschaftlichen Methodenpluralismus. Im Zusammenspiel beider Zugangsweisen erschließen sich Charakteristika von Schlingensiefs Ästhetik wie das der Überreizung oder der Vieldeutigkeit. Während der Text des Regiebuchs eine gute Grundlage für die Analyse von Ironie und Komik bildet und – etwa mit dem Hinweis auf Paul Thek – überraschende Deutungsangebote liefert, lässt sich das Verhältnis von Musik und Text nur anhand der Aufführung und unter Hinzuziehen der Partitur untersuchen.

Fields of Study & Subjects

Theatre and Performance Studies Musicology and Musical Analysis German Literature and Culture Studies

Publication details

Journal / source
Colloquia Germanica
Volume
58
Issue
2
Publication date
28 January 2026
Language
DE