Wirkung der Intelligenz smarter Produkte: Empirische Analysen aus der Konsumentenperspektive
Abstract
Smarte Produkte aus den Bereichen Haushalt, Gesundheit und Fahrzeuge erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Durch die Integration von Informationstechnologie in die Produkte weisen diese eine „Intelligenz“ auf, die Konsumenten neben ihrem eigentlichen Produktnutzen einen Mehrwert bieten. Das große Potenzial der Produktintelligenz geht jedoch mit tiefgreifenden Herausforderungen für Produktanbieter einher, die aus nicht intendierten Konsequenzen entstehen, wie z. B. einem wahrgenommenen Kontrollverlust. Bisher existiert jedoch kaum aussagekräftige Forschung, die sich mit der Wirkung der Intelligenz smarter Produkte auf die Konsumenten beschäftigt. Bestehende Studien sind meist auf die Untersuchung eines einzelnen Produkts fokussiert und die gewonnenen Erkenntnisse somit nur bedingt verallgemeinerbar. Die vorliegende Dissertation trägt zur Schließung dieser Forschungslücke bei, indem sie den Einfluss der Produktintelligenz-Merkmale auf den Akzeptanzprozess der Konsumenten umfassend untersucht. Studie 1 untersucht den Einfluss der wahrgenommenen Produktintelligenz-Merkmale 28 verschiedener smarter Produkte auf die Akzeptanz über ausgewählte Treiber und Barrieren. Die Untersuchung der hierarchischen Datenstruktur (n = 1.170) erfolgt mittels Mehrebenenanalyse. Die Ergebnisse zeigen, dass die Wahrnehmung der Produktintelligenz-Merkmale insbesondere über die positiven Einflussfaktoren Nutzerfreude und Nützlichkeit steigernd auf die Nutzungsintention wirkt. Lediglich das Bewusstsein smarter Produkte senkt die Nutzungsintention mittels einer Reduktion der Nutzerfreude und Nützlichkeit. Studie 2 der vorliegenden Dissertation integriert mithilfe einer Metaanalyse die bestehende empirische Forschung zu den Einflussfaktoren der Konsumentenakzeptanz smarter Produkte. Durch die Berücksichtigung erklärender Faktoren in Form der Merkmale der Produktintelligenz werden darüber hinaus Diskrepanzen im Stand der Forschung aufgeklärt und die Auswirkungen individueller Antezedenzien auf die Technologieakzeptanz der Konsumenten verdeutlicht. Die Konsolidierung relevanter Produktintelligenz-Merkmale in einem Best-Practice-Modell trägt zu einem einheitlichen Rahmenwerk von Produktintelligenz bei. Studie 2 zeigt, dass insbesondere die Autonomie smarter Produkte die positive Wirkung der Akzeptanztreiber tendenziell steigert, während Ausbaufähigkeit diese abschwächt. Aus den gewonnenen Erkenntnissen lassen sich zahlreiche praktische Implikationen ableiten. Insbesondere Entscheidungsträger aus den Unternehmensbereichen Entwicklung und Vermarktung smarter Produkte können Produktbestandteile und -positionierung auf Basis eines verbesserten Verständnisses der Konsumentenwahrnehmung zielgerichteter implementieren und kommunizieren. So sollte beispielsweise ein Fokus auf die Integration von menschenähnlichen Elementen, wie z. B. Sprachsteuerung, gelegt werden, um Produkten eine gewisse Persönlichkeit zu verleihen. Weiterhin muss beachtet werden, dass Autonomie-bezogene Funktionen zwar konsumentenseitig wünschenswert sind, deren Nützlichkeit aber gezielt kommuniziert werden sollte. In einer Phase der andauernden Nutzung ist die Transparenz über smarte Funktionen und deren kontinuierliche Erweiterung wesentlich, um Konsumenten fortwährend zu begeistern. Die Erweiterung des Verständnisses zu smarten Produkten führt außerdem zu Impulsen für weiterführende Forschung in den Bereichen Akzeptanz, Konsumenteninteraktion und -wahrnehmung, Produktlebenszyklus sowie Nutzbarkeit.
Fields of Study & Subjects
Digital Innovation in Industries
Consumer Behavior in Brand Consumption and Identification
Consumer Retail Behavior Studies
Publication details
- Journal / source
- Digitale Bibliothek Braunschweig (Verbundzentrale Göttingen (VZG))
- Publication date
- 9 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis