Patientenbeiräte als strategische Partner für Patientensicherheit – partizipative Entwicklung praxisnaher Handlungsempfehlungen aus dem PEPS-Projekt
Abstract
Patientensicherheit ist ein zentrales Ziel moderner Gesundheitssysteme, dennoch treten weiterhin viele vermeidbare Ereignisse auf. Ein wenig genutzter Ansatz ist die Einbindung von Patientenbeiräten (PBR) auf organisationaler Ebene, die durch Erfahrung und Außensicht wichtige Impulse für Sicherheitsprozesse liefern. In vier Teilstudien des PEPS-Projekts wurden Bedarfe erhoben, internationale Ansätze gesichtet, ein Schulungsprogramm („Partners for Patient Safety“, P4PS) entwickelt und dessen Akzeptanz sowie Machbarkeit evaluiert. Die Ergebnisse zeigen: PBR werden meist informativ oder konsultativ eingebunden, benötigen jedoch Kompetenzen in Patientensicherheit, Kommunikation und Qualitätsmanagement. Das P4PS-Programm zeigt Machbarkeit und Wirksamkeit auf, sodass Schulungen die Rolle der Patientenvertretenden transformieren können – von reiner Erfahrung hin zur multikompetenten Beratung, die Lebenswelt und Systemlogik verbindet. Auf Basis der Ergebnisse und eines partizipativen Strategiedialogs wurden gemeinsam mit Projektteilnehmenden praxisnahe Handlungsempfehlungen für Gesundheitseinrichtungen, PBR und Systemakteure entwickelt. Zentrale Forderung ist die verbindliche Integration von PBR in sicherheitsrelevante Prozesse, unterstützt durch Ressourcen, klare Rollen und gemeinsame Fortbildungen. So kann Patientenbeteiligung von symbolischer zu strategischer Partnerschaft weiterentwickelt werden.
Fields of Study & Subjects
Patient Safety and Medication Errors
Mental Health and Patient Involvement
Healthcare Quality and Management
Publication details
- Journal / source
- Monitor Versorgungsforschung
- Volume
- 2026
- Issue
- 01
- Pages
- 65–72
- Publication date
- 2 February 2026
- Language
- DE