Die unsichtbare Last im Familienalltag

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Authors: Céline Bruck
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Abstract

Trotz der gestiegenen Erwerbstätigkeit von Müttern ist die Verteilung unbezahlter Sorge- und Organisationsarbeit im Familienalltag weiterhin unausgeglichen. Insbesondere die mentale und emotionale Verantwortung für Planung, Koordination und das fortwährende Mitdenken familiärer Abläufe bleibt häufig unsichtbar und wird überwiegend von Müttern übernommen. Diese Form der Belastung wird als Mental Load bezeichnet und stellt ein bislang nur begrenzt qualitativ erforschtes Phänomen im luxemburgischen Kontext dar. Ziel der vorliegenden Masterarbeit ist es, das subjektive Erleben und die Wahrnehmung von Mental Load als Zusammenspiel kognitiver und emotionaler Verantwortungsarbeit aus der Perspektive berufstätiger Mütter in Luxemburg zu untersuchen. Dabei geht die Arbeit der folgenden Forschungsfrage nach: Wie wird Mental Load im Familienalltag aus der Sicht berufstätiger Mütter in Luxemburg mit Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren in heterosexuellen Familien wahrgenommen und erlebt? Zur Beantwortung dieser Forschungsfrage wurde ein qualitativ-empirisches Forschungsdesign gewählt. Die Untersuchung basiert auf dreizehn problemzentrierten Interviews nach Witzel (1982), die mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2000) ausgewertet wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass Mental Load als unsichtbare, dauerhafte und alltagsdurchdringende kognitive und emotionale Verantwortlichkeit erlebt wird. Besonders deutlich wird dabei die zentrale Bedeutung des emotionalen Anteils, der von den Müttern nicht als ergänzender Aspekt organisatorischer Arbeit, sondern als wesentlicher Bestandteil ihrer Belastung wahrgenommen wird. Zudem zeigt sich, dass Mental Load häufig erst in Phasen deutlicher Überforderung bewusst als Problem erkannt wird, während die alltägliche mentale Arbeit zuvor als selbstverständlich gilt. Die ungleiche Verteilung mentaler Verantwortung entsteht dabei weniger durch bewusste Entscheidungen als vielmehr durch gesellschaftliche Erwartungen, biografische Erfahrungen, verfestigte Routinen und strukturelle Gegebenheiten. Zentraler Befund der Arbeit ist, dass Mental Load nicht allein objektiv beobachtbar ist, sondern als subjektiv interpretatives und dynamisches Phänomen verstanden werden muss, dessen Wahrnehmung stark von individuellen Deutungen, Belastungsgrenzen und internalisierten Mutterrollen abhängt.

Fields of Study & Subjects

Work-Family Balance Challenges Family Dynamics and Relationships Gender Labor and Family Dynamics

Publication details

Journal / source
University of Vienna
Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis