Trash-TV mit Tiefgang?
Abstract
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Rezeption der Reality-Datingshow Princess Charming aus der Perspektive der Zuschauer*innen. Im Zentrum stehen die wahrgenommene Authentizität des Formats, das individuelle Repräsentationserleben sowie mögliche Zusammenhänge zwischen dem Engagement mit der Show und Aspekten queerer Selbstakzeptanz, insbesondere internalisierter Homophobie. Vor dem Hintergrund des überwiegend heteronormativ geprägten Reality-TV-Genres nimmt Princess Charming eine Sonderstellung ein, da die Show ausschließlich queere Frauen und nichtbinäre Personen abbildet und medial häufig als Gegenentwurf zu klassischen Datingformaten beschrieben wird. Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurde eine quantitative Online-Befragung durchgeführt, an der nach Datenbereinigung 2030 Personen teilnahmen. Die Datenauswertung umfasste deskriptive Analysen, Gruppenvergleiche sowie Regressions- und Moderationsanalysen. Ergänzend wurde eine offene Frage zur Authentizitätswahrnehmung qualitativ ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass Princess Charming von der Mehrheit der Zuschauer*innen als mittelmäßig authentisch bis eher authentisch wahrgenommen wird und insgesamt einen positiven Gesamteindruck hinterlässt. Unterschiede im Gesamteindruck zeigten sich in Abhängigkeit von der sexuellen Orientierung, während sich weder für People of Color im Vergleich zu weißen Personen noch für weibliche im Vergleich zu diversen Zuschauerinnen signifikante Unterschiede im Repräsentationserleben feststellen ließen. Entgegen der aufgestellten Hypothese konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Engagement mit der Show und dem Ausmaß internalisierter Homophobie nachgewiesen werden. Queer Identity Centrality erwies sich hingegen als signifikanter Prädiktor geringerer internalisierter Homophobie. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass queere Realityformate wie Princess Charming zwar wichtige Räume für Sichtbarkeit, Identifikation und symbolische Anerkennung schaffen können, ihre Wirkungen jedoch nicht isoliert zu betrachten sind. Medienrezeption entfaltet ihre Bedeutung im Zusammenspiel mit individuellen Identitätsmerkmalen und sozialen Positionierungen und lässt sich nicht auf einfache Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge reduzieren.
Fields of Study & Subjects
Gender
Feminism
and Media
Media and Digital Communication
LGBTQ Health
Identity
and Policy
Publication details
- Journal / source
- University of Vienna
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis