Kein Bock auf Chemie!?
Abstract
Gespräche mit Schulabsolvent*innen unterschiedlichen Alters zeigen immer wieder, dass der Chemieunterricht für viele nicht zu den beliebtesten Fächern zählte. Auch die Fachliteratur bestätigt das: Beispielsweise ist in Neubauer von dem „beklagenswerten schlechten Ruf der Chemie“ zu lesen (Neubauer, 2017, S. 9). Bräu spricht sogar von einer „Chemiephobie“ und behauptet, dass „der Grundstein zur Angst vor der Chemie und den Naturwissenschaften bereits in jungen Jahren gelegt wird“ (Bräu, 2008, S. 186). Aus diesem Grund stellt diese Masterarbeit mit dem Titel „Kein Bock auf Chemie!?: Eine Ursachenforschung zu der negativen Konnotation des Chemieunterrichts in der Sek. I“ folgende Hypothese auf: „Chemieunterricht erfreut sich aufgrund von Abstraktionsschwierigkeiten sowie Unsicherheiten beim Experimentieren nicht immer großer Beliebtheit und kann sogar Angst hervorrufen. Um dem entgegenzuwirken ist ein Identifizieren der Problemherde notwendig.“ Mit einer umfassenden anonymen digitalen Befragung von über 100 Schüler*innen in Niederösterreich und Wien zu ihrem Einstiegschemieunterricht in der 4. Klasse (8. Schulstufe), wird die Hypothese explorativ beforscht und die Leitfrage „Woher kommt der schlechte Ruf des Unterrichtsfachs Chemie?“ beantwortet. Neben vielen interessanten Einblicken unter anderem zur Motivationslage, der Verständnisfrage und Sozialformen im Chemieunterricht, bestätigt das Ergebnis jedoch vor allem einen bereits oft validierten „Problemherd“ oder – euphemistisch formuliert – Einflussfaktor: Die Lehrperson. Mit der Auswertung des Schüler*innenfeedbacks und Überlegungen zum Handlungsspielraum von Lehrpersonen möchte diese Arbeit somit dazu beitragen, Lehrende und Forschende dabei zu unterstützen, das Verständnis der Schüler*innenwahrnehmung des Chemieunterrichts zu verbessern und damit ein angenehmeres Miteinander zu stärken sowie das Ansehen dieser faszinierenden Wissenschaft zu fördern, die dieses zweifellos verdient. Abschließend darf jedoch vermutet werden, dass der Chemieunterricht in der heutigen Jugend eher selten „Albtraum-Material“ birgt und der schlechte Ruf vielleicht einer älteren Generation angehört. Dies erlaubt einen hoffnungsvollen – wenn auch selbstkritischen – Blick nach vorn!
Fields of Study & Subjects
Chemistry Education and Research
Science Education and Pedagogy
Various Chemistry Research Topics
Publication details
- Journal / source
- University of Vienna
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis