Settingentscheidungen in der systemischen Familientherapie
Abstract
Die vorliegende Masterarbeit widmet sich der Frage, wie systemische Therapeut*innen in der Arbeit mit Familien ihre Wahl des therapeutischen Settings begründen. Im Mittelpunkt stehen die subjektiven Deutungen und Überlegungen von Therapeut*innen in Bezug darauf, ob mit dem Kind, mit den Eltern oder im Rahmen eines gemeinsamen Familiensettings gearbeitet wird. Damit greift die Arbeit ein zentrales, für den Verlauf therapeutischer Prozesse relevantes Element systemischer Praxis auf, das in der wissenschaftlichen Literatur bislang nur begrenzt systematisch untersucht wurde. Zur Bearbeitung der Fragestellung wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt. Die Datenerhebung erfolgte mittels leitfadengestützter Interviews mit systemisch ausgebildeten Therapeut*innen, die regelmäßig mit Familien arbeiten. Die Auswertung der Interviews wurde in Anlehnung an die Grounded Theory (Strübing, 2018, 2021) vorgenommen, um zentrale Entscheidungslogiken zur Settingwahl herauszuarbeiten. Die Ergebnisse zeigen, dass Settingentscheidungen in der systemischen Praxis selten auf klar definierten Kriterien beruhen, sondern vielmehr durch das Zusammenspiel von situativen Bedingungen, theoretischem Wissen, praktischer Erfahrung und institutionellen Rahmenbedingungen geprägt sind. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zur Schließung einer bestehenden Forschungslücke und macht implizite Entscheidungsprozesse systemischer Therapeut*innen sichtbar.
Fields of Study & Subjects
Counseling
Therapy
and Family Dynamics
Psychotherapy Techniques and Applications
Psychology
Coaching
and Therapy
Publication details
- Journal / source
- University of Vienna
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis