Austria's digital service tax

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Authors: Alexander Thomas Hofer
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Abstract

Die österreichische Digitalsteuer (DST) wurde im Jahr 2020 eingeführt und im Rahmen des Konsolidierungspakets 2025 zeitweise als potenzielles Erweiterungsinstrument diskutiert. Die Maßnahme stellt eine nationale Reaktion auf die als unzureichend empfundene Besteuerung großer multinationaler Digitalunternehmen dar und ist zugleich Ausdruck des Bemühens, die fiskalische Stabilität unter den Vorgaben der EU-Defizitregeln zu sichern. Diese Arbeit liefert eine ökonomische Analyse der österreichischen Digitalsteuer und untersucht sowohl ihre rechtliche Ausgestaltung als auch ihre tatsächliche ökonomische Inzidenz. Rechtlich ist die Digitalsteuer bewusst als umsatzbasierte Abgabe auf digitale Werbeleistungen konzipiert, wodurch eine Qualifikation als Einkommensteuer vermieden und die Anwendung des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Österreich und den Vereinigten Staaten umgangen wird. Gleichzeitig führt diese Konstruktion zu erheblichen Spannungen mit bestehenden internationalen Steuernormen. Insbesondere stellt die Steuer das Erfordernis einer Betriebsstätte infrage und verdeutlicht die rechtliche Fragilität einseitiger Digitalsteuern in Abwesenheit multilateraler, von der OECD getragener Lösungen. Aus ökonomischer Sicht wird ein partielles Gleichgewichtsmodell mit vereinfachenden Annahmen angewandt, darunter eine vollständige Überwälzung der Steuer sowohl auf vorgelagerter als auch nachgelagerter Stufe sowie kurzfristig unelastische Nachfrage nach digitaler Werbung. Auf Basis von Simulationsrechnungen unter Verwendung österreichischer DST-Einnahmendaten für den Zeitraum 2020–2024 zeigt sich, dass rund 67 Prozent der Steuerlast von den Endkonsumenten getragen werden, während etwa 33 Prozent auf inländische Werbetreibende entfallen. Die eigentlich adressierten multinationalen Plattformunternehmen entziehen sich hingegen weitgehend der ökonomischen Steuerinzidenz. Trotz dieses regressiven Ergebnisses sind die Einnahmen aus der Digitalsteuer kontinuierlich gestiegen, was auf ihre fiskalische Robustheit hindeutet. Insgesamt erfüllt die Digitalsteuer eine doppelte Funktion: Einerseits wurde sie als politisches Instrument im Rahmen der österreichischen Konsolidierungsstrategie verstanden, andererseits dient sie als einseitiger Hebel in einem fragmentierten internationalen Steuersystem. Die Ergebnisse machen eine Diskrepanz zwischen formaler Steuerpflicht und tatsächlicher ökonomischer Belastung deutlich und werfen Fragen hinsichtlich steuerlicher Fairness und politischer Effektivität auf. Die Analyse unterstreicht die Notwendigkeit einer koordinierten multilateralen Lösung im Rahmen von OECD Pillar One, die eine gerechtere und rechtlich tragfähigere Besteuerung der digitalen Wirtschaft ermöglichen könnte.

Fields of Study & Subjects

Taxation and Legal Issues Corporate Taxation and Avoidance Economic and Fiscal Studies

Publication details

Journal / source
University of Vienna
Publication date
1 January 2026
Language
EN
Document type
Thesis