Postoperative Analgesie nach Nasennebenhöhlen- und Septumoperationen
Abstract
Zusammenfassung Hintergrund und Ziele In den letzten Jahren ist die Anzahl der Opioid Verschreibungen, besonders in den USA, stark gestiegen. Allein von 1999 bis 2015 verdreifachte sich die Menge der verschriebenen Opioide. Parallel dazu stiegen auch die Mortalität sowie die Überdosierungen durch Opioide stark an. Auch nach Nasennebenhöhlen- und Septumoperationen werden den Patienten postoperativ häufig Opioide verschrieben. Oftmals werden diese Opioide nicht benötigt und bleiben als Restbestand übrig. Ziel der vorliegenden Studie war die Analyse der postoperativen Schmerzen, des Opioidbedarfs und möglicher Einflussfaktoren nach Nasennebenhöhlen- und Septumoperationen. Methoden Es handelt sich um eine retrospektive Studie von 492 Patienten, die sich im Zeitraum von Februar 2012 bis April 2019 einer Nasennebenhöhlen- und/oder Septum-Operation (OP) in der Hals-Nasen-Ohren- Klinik-Kopf- und Halschirurgie des Uniklinikums Erlangen unterzogen. Der mittels der Numeric Rating Scale erfasste postoperative Schmerz und die postoperative Analgesie mit Opioiden (umgerechnet in Morphinäquivalente) und Nicht-Opioiden wurden evaluiert. Weitere relevante Parameter wurden den Patientenakten oder dem klinischen Informationssystem Soarian Clinicals von Cerner Health Services, Inc entnommen. Statistische Analysen wurden mit der Statistiksoftware SPSS (IBM SPSS Statistics 25, Armonk, NY: IBM Corp. 2017) durchgeführt. Ergebnisse und Beobachtungen Das postoperative Schmerzniveau war in allen Untergruppen niedrig. Patienten, die eine Septumplastik erhielten, wiesen signifikant höhere Schmerzen auf als Patienten mit isolierter Operation der Nasennebenhöhlen. Zudem waren eine vorliegende Depression sowie das weibliche Geschlecht Prädiktoren für einen erhöhten Schmerzscore. Insgesamt erhielten 58,25% (286/492) der Patienten postoperativ Opioide, dabei größtenteils am Tag der Operation selbst (58,04%, 285/492). Prädiktoren für einen erhöhten Opioidbedarf waren eine Operation mit Septumplastik sowie das weibliche Geschlecht. Postoperative Komplikationen wie Blutungen (3,05%, 15/492), Septumhämatome (0,81%, 4/492) oder Septumabszesse (0%) traten sehr selten auf. Schlussfolgerungen Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen, dass sich die Schmerzen nach sinonasalen Operationen auf einem niedrigen Niveau bewegen. Der Großteil der Patienten benötigt nur am Tag der Operation selbst Opioide. Die weitere postoperative Analgesie sollte mit Nicht-Opioiden durchgeführt werden und nur im Bedarfsfall auf Opioide eskaliert werden. Weiterhin sollten individuelle Faktoren wie das Geschlecht, eine vorliegende Depression und die Art der Operation beim postoperativen Schmerzmanagement mitberücksichtigt werden.
Fields of Study & Subjects
Anesthesia and Pain Management
Pain Management and Opioid Use
Nasal Surgery and Airway Studies
Publication details
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis