Versorgungssituation von Patienten mit atopischer Dermatitis an der Hautklinik Universitätsklinikum Erlangen
Abstract
Hintergrund und Ziele Die atopische Dermatitis hat in den letzten Jahren in der medizinischen Forschung an Aufmerksamkeit gewonnen. Diese hat zur Einführung neuer systemischer Therapien geführt. Die Hautklinik des Universitätsklinikums Erlangen, die international für ihre Expertise in der Diagnostik und Behandlung der atopischen Dermatitis anerkannt ist, trägt aktiv zu dieser Entwicklung bei. Ziel der Studie war es, eine detaillierte Beschreibung der atopischen Dermatitis-Patientenpopulation der Hautklinik zu erstellen. Dies umfasste sowohl intrinsische als auch extrinsische Merkmale der Patienten sowie die verschiedenen Therapieoptionen und diagnostischen Maßnahmen. Ein zentrales Ziel war es, die Behandlungsstrategien in Zukunft präziser anpassen zu können. Zudem sollte die Wirksamkeit und Verträglichkeit von systemischen Therapien bewertet werden. Ein Nebenziel war auch, die Dokumentationsqualität der Patientenakten zu analysieren, um die Datenerhebung und deren Systematisierung intern in der Klinik zu optimieren. Methoden (Patienten, Material und Untersuchungsmethoden) Für die Studie wurden retrospektiv diverse Patientendaten mit der Diagnose "sonstiges atopisches Ekzem" (ICD-Code L20.8) extrahiert und evaluiert, die zwischen dem 01. Dezember 2019 und dem 01. Dezember 2021 an der Hautklinik Erlangen stationär, teilstationär oder ambulant behandeln worden waren. Die Daten aus den Patientenakten wurden mit Microsoft Excel (Version 2208 Build 16.0.15601.20072) erfasst und anschließend mittels beschreibender Statistik ausgewertet. Ergebnisse und Beobachtungen Das untersuchte Kollektiv umfasste 858 Patienten, davon waren 55,8% Frauen und 44,2% Männer. Das Durchschnittsalter lag bei 33 Jahren, wobei alle Altersgruppen von einigen Monaten bis 93 Jahren vertreten waren. Im Untersuchungszeitraum (01.12.2019 bis 01.12.2021) wurden 12,4% der Patienten stationär behandelt, darunter 58,5% Männer. Das Durchschnittsalter der stationär behandelten Patienten betrug 41,70 Jahre. Insgesamt stellten sich während des Untersuchungszeitraums 71,0% der Patienten zum ersten Mal in der Hautklinik des Universitätsklinikums Erlangen vor. Die Erstvorstellungen erfolgten auf unterschiedlichen Wegen: entweder notfallmäßig, mit oder ohne Termin, oder durch Überweisung von Dermatologen bzw. anderen Fachärzten. Assoziierte atopische Erkrankungen waren häufig: 38,0% der Patienten litten zusätzlich an allergischer Rhinokonjunktivitis, 16,9% an Asthma bronchiale allergicum, 11,0% an Nahrungsmittelallergien und 9,3% an einem oralen Allergiesyndrom. Zudem zeigten 13,2% der Patienten eine Typ-IV-Sensibilisierung. Vergleichbare Prävalenzraten zu großen Metaanalysen fanden sich lediglich bei allergischer Rhinokonjunktivitis und positiver atopischer Familienanamnese. Bei 11,5% der Patienten wurde mindestens einmal eine UV-Therapie in der Hautklinik durchgeführt. Die UVB-311-Therapie wurde am häufigsten eingesetzt. Systemische Therapien kamen bei 12,8% des Kollektivs zum Einsatz. Die drei am häufigsten verwendeten systemischen Therapien waren Dupilumab, Ciclosporin und Baricitinib. Baricitinib wies die beste Verträglichkeit auf (88,9%), gefolgt von Dupilumab (74,4%) und Ciclosporin (59,6%). Bezüglich der Wirksamkeit zeigte Dupilumab die höchste Effektivität (72,0%), gefolgt von Baricitinib (55,6%) und Ciclosporin (46,8%). Dupilumab war am Ende des Untersuchungszeitraums mit 67,0% die am häufigsten eingesetzte Therapie und wurde im Untersuchungszeitraum bevorzugt als erste systemische Therapie initiiert. Die Hautklinik Erlangen war zudem sehr aktiv in der Teilnahme an Registern und klinischen Studien. Allerdings wurden wichtige Scores nicht ausreichend dokumentiert, um statistische Auswertungen vornehmen zu können: DLQI (8,4%), EASI (10,7%), SCORAD (5,2%) und der Erlanger Atopie-Score (14,7%). Die Prävalenz für psychische Belastungen lag bei 14,4 %; am häufigsten wurden Stress und depressive Verstimmungen erfasst. (Praktische) Schlussfolgerungen und Diskussion Die retrospektive Datenanalyse der Patienten mit atopischer Dermatitis an der Uniklinik Erlangen zeigt mehrere methodische Einschränkungen und Bias. Die Ergebnisse über die vielen verschiedenen Patientenmerkmale, sowie die Effektivität und Verträglichkeit der eingeleiteten systemischen Therapien waren nicht immer mit der vorhandenen Literatur vergleichbar. Insgesamt war die unzureichende Dokumentation vieler Parameter (z. B. Scores wie DLQI, EASI, SCORAD, psychische Faktoren, Fitzpatrick-Hauttyp) ein zentrales Problem, was die statistische Auswertung erschwerte. Eine bessere Dokumentation dieser Parameter würde eine noch besser an den Patienten angepasste Versorgung ermöglichen. Diese Datenanalyse konnte erneut bestätigen, dass die Hautklinik Erlangen jährlich eine große Anzahl von Patienten mit atopischer Dermatitis behandelt und ein umfassendes Spektrum an Diagnostik und Therapie, einschließlich der neuesten und modernsten systemischen Therapien anbietet. Sie nimmt zudem eine führende Rolle in der Forschung ein.
Fields of Study & Subjects
Dermatology and Skin Diseases
Contact Dermatitis and Allergies
Asthma and respiratory diseases
Publication details
- Journal / source
- OPUS FAU (Kooperativer Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg (KOBV), on behalf of the Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg)
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis