Preoperative Radiochemotherapy in Rectal Cancer: Is there an Impact of Oxaliplatin on Pathologic Complete Response and Survival Rates under “Real World“ Conditions
Abstract
2.1 Ziele Diese Studie hatte das Ziel, den Nutzen der zusätzlichen Verabreichung von Oxaliplatin während einer fluorouracil-basierten neoadjuvanten Radiochemotherapie (nRCT) in Bezug auf die klinische oder pathologische Komplettremission (cCR/pCR), das krankheitsfreie Überleben (DFS) und das Gesamtüberleben (OS) bei Patienten mit fortgeschrittenem Rektumkarzinom zu bewerten. 2.2 Design & Methoden Zwischen 2006 und 2021 wurden 669 Patienten mit lokal fortgeschrittenem Rektumkarzinom in der Abteilung für Strahlentherapie des Coburger Krebszentrums diagnostiziert und behandelt und in diese retrospektive Studie eingeschlossen. Insgesamt wurden 414 Patienten mit nRCT identifiziert und in die Analyse aufgenommen. 262 Patienten wurden mit Fluorouracil-basierter nRCT behandelt, 21 Patienten erhielten Capecitabin, 125 Patienten wurden mit einer Kombination aus Fluorouracil und Oxaliplatin therapiert, 6 Patienten wurden mit einer Kombination aus Capecitabin und Oxaliplatin behandelt. Um potenzielle Störfaktoren zwischen der Fluorouracil/Oxaliplatin-Gruppe und der alleinigen Behandlung mit Fluorouracil oder Capecitabin zu minimieren, wurde eine Propensity-Score-Matching-Analyse (PSM) durchgeführt. In der gematchten Kohorte wurden jeweils 114 Patienten in jede Studiengruppe eingeschlossen. OS, DFS, die pCR-Rate sowie potenzielle prognostische Faktoren wurden zwischen den beiden Gruppen verglichen. Der primäre Endpunkt war komplette klinische/pathologische Remission (c/pCR), definiert als ypT0 N0 oder eine komplikationsfreie "Watch-and-Wait"-Strategie. Sekundäre Endpunkte waren Gesamtüberleben (OS) und krankheitsfreies Überleben (DFS). 2.3 Beobachtungen & Ergebnisse Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 59,5 Wochen in der Fluorouracil-Gruppe und 43 Wochen in der Fluorouracil/Oxaliplatin-Gruppe (p = 0,003). Nach PSM betrug die pCR-Rate (einschließlich anhaltender klinischer Komplettremission) 27 % (31/114 Patienten) in der Fluorouracil/Oxaliplatin-Gruppe und 16 % (18/114 Patienten) in der Fluorouracil-Gruppe (p = 0,033). Zwischen beiden Gruppen bestand kein signifikanter Unterschied im 10-Jahres-OS oder DFS, weder vor noch nach PSM (OS: 72,6 % vs. 55,4 %, p = 0,066, und 67,8 % vs. 55,1 %, p = 0,703; DFS: 44,8 % vs. 46,8 %, p = 0,134, und 44,7 % vs. 42,3 %, p = 0,184). Die multivariate Analyse identifizierte folgende unabhängige Prädiktoren für OS und DFS. Einmal ein Regressionsgrading nach Dworak Grad 4 (HR: 0,659; CI: 0,471 – 0,921; p = 0,015) und ein Alter über 60 Jahren (HR: 2,231; CI: 1,245 – 4,001; p = 0,007). Bei der Analyse der akuten therapiebedingten Toxizitäten zeigte sich in der Oxaliplatin-Gruppe eine höhere Inzidenz von Polyneuropathie Grad 3+ (12 Patienten vs. keiner in der Vergleichsgruppe). Eine Mukositis Grad 3+ trat vorwiegend in der Fluorouracil-Gruppe auf (9 Patienten vs. 1), während therapiebedürftige Diarrhö in der Oxaliplatin-Gruppe häufiger war (13 Patienten vs. 7). 2.4 Schlussfolgerungen Die Studienergebnisse zeigen, dass die Zugabe von Oxaliplatin zur Fluorouracil-basierten nRCT die pCR- und cCR-Raten signifikant verbesserte, jedoch keinen Einfluss auf das krankheitsfreie Überleben oder das Gesamtüberleben hatte.
Fields of Study & Subjects
Colorectal Cancer Surgical Treatments
Colorectal and Anal Carcinomas
Gastric Cancer Management and Outcomes
Publication details
- Journal / source
- OPUS FAU (Kooperativer Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg (KOBV), on behalf of the Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg)
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis