Die Auswirkungen von Bassoon in glutamatergen Neuronen des Vorderhirns auf das emotionale Verhalten von Mäusen
Abstract
Hintergrund und Ziele: Das Krankheitsbild der Angststörung wird, aufgrund von steigenden Diagnosezahlen, ein immer relevanteres Problem für die Gesundheitssysteme. Zahlreiche Studien existieren bereits zur Angstentstehung und Bekämpfung. Viele relevante Bausteine der Emotionsregulation sind allerdings noch nicht bekannt oder vollständig in der Funktion verstanden. Das Bassoon Protein gilt als wichtiger Baustein für den Aufbau der Präsynapse. Es ist essenziell für eine reibungslose Reizweiterleitung. Ziel der Arbeit war, festzustellen inwiefern ein fehlendes Bassoon Protein im frontalen Hirngebiet zu einer veränderten Emotionsregulation aufgrund von minderwertiger Reizübertragung führt. Eine fehlerfreie und schnelle Neurotransmission ist besonders im komplexen Aufbau der Angstentstehung essenziell. Methoden: Die Experimente wurden mit transgenen Tieren und alters- und geschlechtsangepassten Wildtyp-Tieren durchgeführt. 25 männliche und 19 weibliche Tiere wurden untersucht. 22 Tiere waren Träger der Bsn-Emx1 Mutation. Hier lag eine funktionelle Inaktivierung des Bassoon-Gens im Vorderhirn, vorwiegend der glutamatergen Interneuronen, vor. Zur Darstellung von ängstlichem oder depressivem Verhalten dienten der OpenField Test, die Light-Dark Box, das Elevated Plus Maze, der Forced swim Test, sowie der Sucrose Preference Test und das Novelty Suppressed Feeding. Ergebnis: Es zeigten sich nur in manchen Fällen eine Tendenz zu verstärkten Angstzuständen der mutierten Tiere. Während die weiblichen Mutanten ein signifikant verstärktes Angstempfinden im Open Field Test und in der Light Dark Box zeigten, wurde bei den männlichen Tieren in keinem Test eine stärkere Angstausprägung festgestellt. Damit war ein großer geschlechterspezifischer Unterschied festzustellen. Geschlechterübergreifend gab es keine Hinweise auf stärker depressionsassoziiertes Verhalten der Bsn Mutanten im Vergleich mit den Wildtypen. Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der Experimente bestätigten die Hypothese der Arbeit nur teilweise. Während ein Fehlen des Bassoon Proteins im Präfrontalen Bereich des Hirns bei den männlichen Mäusen keinen Unterschied im Verhalten auslöste, waren die weiblichen Mutanten von einer verstärkten Angstausprägung betroffen und führten dazu zu einem signifikanten Geschlechterunterschied. Durch weitere Forschung und tieferes Verständnis kann das Bassoon Protein möglicherweise, unter Berücksichtigung der Geschlechterunterschiede, ein durchaus interessanter Angriffspunkt emotionsregulierender Therapie darstellen.
Fields of Study & Subjects
Neuroscience and Neuropharmacology Research
Neurotransmitter Receptor Influence on Behavior
Memory and Neural Mechanisms
Publication details
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis