Mikroperfusionsmessung des Ureters nach Nierentransplantation
Abstract
1 Zusammenfassung 1.1 Ziel Die Niere ist das weltweit am häufigsten transplantierte Organ und Komplikatio-nen, die nach einer Transplantation auftreten können, betreffe somit eine große Zahl an Menschen. Obwohl Komplikationen, die den Ureter betreffen nicht zu den häufigsten postoperativen Komplikationen zählen, können sie gravierende Folgen für die Betroffenen haben. Ziel dieser Arbeit war es, sich mit der Frage auseinan-derzusetzten, ob man bereits intraoperativ anhand von Perfusionsparametern, welche mithilfe der Indocyaningrün Fluoreszenzangiografie erfasst wurden, eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Ureter Komplikation tref-fen kann. 1.2 Methoden In die Studie wurden 147 Patienten im Zeitraum vom 08.02.2016-31.12.2019 ein-geschlossen, die am Universitätsklinikum eine Nierentransplantation erhielten. Während der Operation wurde durch einen Gefäßchirurgen eine Indocyaningrün-Fluoreszenzangiografie (Spy Elite, NOVADAQ, Kanada) durchgeführt und die aufgezeichneten Videosequenzen anschließend auf Basis einer Graustufenskala mittels der im Gerät integrierten Software „Spy-Q“ ausgewertet. Hierfür wurde der Ureter in drei Teilabschnitte unterteilt und in jedem der Bereiche die Perfusionspa-rameter Ingress und Ingressrate bestimmt. Die erhaltenen Daten zur Durchblu-tung wurden zwischen Patienten mit Komplikationen des Ureters und denen ohne Ureter Komplikationen verglichen. Zudem wurde eine Korrelationsanalyse der Perfusionsparameter zu bekannten Risikofaktoren für postoperative Komplikatio-nen durchgeführt (kalte und warme Ischämiezeit, Spenderalter, Art der Spende sowie postoperativer Kreatininspiegel). 1.3 Ergebnisse Die Prävalenz von Ureter Komplikationen lag in der Studie bei 2,7%. In keinem der drei Ureter-Teilabschnitte konnten signifikant schlechteren Perfusionsparame-ter bei Studienteilnehmern mit Ureter Komplikationen im Vergleich zu Patienten ohne Komplikationen des Ureters festgestellt werden (proximaler Ureter Ingress: p=0,822, proximaler Ureter Ingressrate: p= 0,296, mittlerer Ureter-Teilabschnitt Ingress: p=0,357, mittlerer Ureter-Teilabschnitt Ingressrate: p=0,547, distaler Ure-ter Ingress: p=0,248, distaler Ureter Ingressrate: p=0,970). Bei der Untersuchung auf Korrelationen zwischen den Durchblutungsparametern Ingress und Ingressra-te des Ureters zu den Risikofaktoren für eine verminderte Organdurchblutung ergaben sich keine Korrelation zwischen den erhobenen Perfusionsparametern und dem Spenderalter, der kalten und der warmen Ischämiezeit. Es ergab sich jedoch eine signifikante Korrelation zwischen der Art der Spende und der Durch-blutung, der Länge des Ureters und dem Ingress und der Ingressrate sowie zwi-schen zwischen den Monaten an der Dialyse und dem Ingress des distalen Ure-ters. 1.4 Schlussfolgerungen Es konnte in dieser Studie kein signifikanter Unterschied der Perfusionsparameter zwischen Patienten mit und ohne Ureter Komplikationen festgestellt werden. Eine Prädiktion von späteren Ureter Komplikationen mittels der Indocyaningrün Fluo-reszenzangiografie ist somit nach der Datenlage dieser Studie nicht möglich. Die Anzahl der Patienten mit Komplikationen war jedoch aufgrund der geringen Kom-plikationsrate sehr niedrig. Um diese Frage abschließend zu klären wäre daher die Wiederholung der Studie in einem deutlich größeren Patientenkollektiv, bzw. im Multicenter-Setting nötig.
Fields of Study & Subjects
Renal Transplantation Outcomes and Treatments
Organ Transplantation Techniques and Outcomes
Ureteral procedures and complications
Publication details
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis