Verlauf von Kognition, Depressivität, alltagspraktischen Fähigkeiten und psychischen und Verhaltenssymptomen in drei verschiedenen Therapievarianten einer psychosozialen Mehrkomponentenintervention für Menschen mit Demenz im Pflegeheim

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Authors: Kaja Dirks
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Abstract

Mehrkomponenteninterventionen wie die MAKS-Therapie stellen eine evidenzbasierte Möglichkeit zur symptomatischen Behandlung des Demenzsyndroms dar. Bei dieser Art von Intervention könnten in Zukunft Roboter assistieren, um das Personal zu entlasten und eine wirksame Therapie für die Teilnehmenden zu gewährleisten. Im Rahmen eines seit 2017 bestehenden Kooperationsprojektes wurde die MAKS- Therapie vier Wochen lang von einem Roboter unterstützt. Der Roboter wurde in einer stationären Altenpflegeeinrichtung in Dresden in zwei Gruppen eingesetzt. Eine Vergleichsgruppe die nicht-medikamentöse MAKS- Therapie ohne Roboter durch. Für die Teilnehmenden aller Gruppen wurden vor und nach der Intervention mithilfe von Fragebögen verschiedene Symptome der Demenz abgefragt. Die Erfassung des kognitiven Status erfolgte durch den Mini-Mental Status Tests (MMST). Die Depressivität wurde durch die Montgomery-Asberg Depression Rating Scale (MADRS) erfasst. Die Erhebung der psychischen und Verhaltenssymptome erfolgte durch das Neuropsychiatrische Inventar (NPI) und die alltagspraktischen Fähigkeiten wurden mit der Alzheimer’s Disease Cooperative Study Activities of Daily Living Scale (ADCS-ADL) gemessen. Anschließend wurden Intragruppenvergleiche und Intergruppenvergleiche durchgeführt. Zusätzlich wurde eine Varianzanalyse durchgeführt. Die Therapeutinnen und Therapeuten wurden mithilfe eines Beanspruchungsratings und einer Effort-Skala zu ihrer Anstrengung und Befindlichkeit vor und nach der ersten und der letzten durchgeführten Therapiestunde mit dem Roboter befragt und die Veränderungen deskriptiv festgehalten. Die Intergruppenvergleiche zeigten, dass sich die Gruppen mit (n = 14) und ohne Roboter (n = 9) vor der Intervention nicht signifikant unterschieden (MMST t = 0,263; p = 0,795; MADRS t = -0,794; p = 0,436; NPI t = -1,264; p = 0,220; ADCS-ADL t = -0,812; p = 0,426). Die Auswertung der Veränderungen innerhalb der Gruppen ergab, dass in der Gruppe ohne Roboter eine Zunahme der Depressivität (t = -2,975; p = 0,018) und der psychischen und Verhaltenssymptome (t = -2,372; p = 0,045) zu beobachten war, während bei den Gruppen mit Roboter die Depressivität unverändert blieb (t = 1,215; p = 0,246) und die psychischen und Verhaltenssymptome tendenziell abnahmen (t = 1,777; p = 0,099). Die alltagspraktischen Fähigkeiten der Personen in den Gruppen mit Robotereinsatz nahmen ab (t = 2,179; p = 0,048), während sie in der Gruppe ohne Roboter unverändert blieb (t = -1,154; p = 0,282). Im Intergruppenvergleich waren die psychischen und Verhaltenssymptome der Gruppen mit Robotereinsatz nach Abschluss der Intervention signifikant niedriger, als die der Gruppe ohne Roboter (t = 2,117; p = 0,023). Die Kognition blieb in allen Gruppen auf dem gleichen Niveau. Die Sensitivitätsanalysen mit den nicht-parametrischen Testverfahren unterstützen die Resultate der t-Tests. In den Hauptanalysen (ANOVAs) zeigte sich, dass sich Depressivität (F = 11,742; pkorr = 0,012; ηp2 = 0,359) sowie psychische und Verhaltenssymptome (F = 8,736; pkorr = 0,024; ηp2 = 0,294) in der Gruppe mit Roboter im Verlauf günstiger entwickelten im Vergleich zur Gruppe ohne Roboter. Dagegen wurden für kognitive Fähigkeiten (F = 2,409; pkorr = 0,136; ηp2 = 0,103) und die beurteilten alltagspraktischen Fähigkeiten (F = 4,455; pkorr = 0,094; ηp2 = 0,175) keine signifikanten Gruppenunterschiede im Verlauf festgestellt. Bei den Therapeutinnen und Therapeuten fiel die subjektiv empfundene Anstrengung bei Therapiedurchführung mit Roboter sowohl im Verlauf einer Therapiesitzung, als auch über den gesamten Interventionszeitraum gemessen, ab. Ein Vergleich zwischen den Gruppen war aufgrund der geringen Rücklaufquote in der Gruppe ohne Roboter nicht möglich. Praktische Schlussfolgerungen Die Ergebnisse der durchgeführten Pilotstudie sind als erste Hinweise zu werten. Aufgrund der erlangten Erkenntnisse wird angenommen, dass Teilnehmende bezüglich ihrer Depressivität und psychischen und Verhaltenssymptomen von einem Roboter als Assistent in der MAKS-Therapie profitieren können. Es wird außerdem angenommen, dass das Therapiepersonal von einem Robotereinsatz in der MAKS- Therapie entlastet wird. Die aus den Pilotdaten abgeleiteten Hypothesen sollten in einer Nachfolgestudie mit mehr Teilnehmenden und einem längeren Interventionszeitraum überprüft werden.

Fields of Study & Subjects

Dementia and Cognitive Impairment Research Geriatric Care and Nursing Homes Social Robot Interaction and HRI

Publication details

Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis