Vom Eros des Gesprächs - 12 Episoden über das Verhältnis von Sprechen und Schaffen
Abstract
Diese Dissertation entwickelt eine Theorie des »Eros des Gesprächs« und untersucht das Verhältnis von Sprechen und Schaffen ausgehend von einer medialen Setzung: Die Arbeit besteht aus zwölf (+ 1) seriell publizierten Podcast-Episoden und wird auch in dieser auditiven Form als Dissertation veröffentlicht. Das Podcast-Format ist dabei nicht bloßes Distributionsmedium, sondern konstitutiver Bestandteil der Theorie, da es die zeitliche, affektive und adressierende Struktur des Gesprächs selbst hervorbringt. Entgegen dialogethischen Modellen, die dem Gespräch ein Telos der Verständigung zuschreiben, wird das Gespräch hier als produktive Praxis des Nicht-Verstehens bestimmt, in der Denken von Alterität, Affekt und Differenz bewegt wird. Theoretisch verortet sich die Arbeit an der Schnittstelle von französischer Differenzphilosophie und Psychoanalyse, insbesondere bei Jacques Derrida, Gilles Deleuze und Jacques Lacan. Das Gespräch wird nicht als Austausch zwischen empirischen Subjekten verstanden, sondern als strukturelle Adressierung eines Anderen, dem Wissen unterstellt wird. Auf dieser Grundlage wird Eros als Zusammenspiel von Übertragungsliebe, Begehren und Jouissance gefasst und als Bedingung produktiver Erkenntnis ausgewiesen.
Fields of Study & Subjects
Philosophy
Ethics
and Existentialism
Psychoanalysis
and Politics
Sound Studies and Aurality
Publication details
- Journal / source
- Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis