Der Bezug von Gold aus dem Kleinbergbau
Abstract
Der Verantwortung in der Lieferkette zur Förderung von akzeptablen Arbeitsbedingungen, dem Umweltschutz und der notwendigen Sorgfaltspflicht wird in der öffentlichen und politischen Debatte zunehmende Bedeutung beigemessen. Die in den letzten Jahren gewonnenen Erfahrungen zur Umsetzung von Sorgfaltspflichten in der Lieferkette zeigen, dass Unternehmen als Partner einen Beitrag zur Verbesserung der Produktionsbedingungen bestimmter Rohstoffe leisten können. Die Etablierung von Zertifizierungssystemen sowie das Lieferkettenmanagement entsprechend der OECD-Leitlinie dienen der Stärkung der geschäftlichen Beziehungen zwischen Produzenten und Abnehmern und zielen auf eine glaubwürdige Einhaltung international anerkannter Mindeststandards ab. Gold stellt eines der ökonomisch wichtigsten Produkte des globalen Bergbausektors dar. Etwa 10% des weltweit geförderten Primärgoldes entstammt dem artisanalen Kleinbergbau. Dieser stellt in vielen Entwicklungsländern eine wichtige Lebensgrundlage für die örtliche Bevölkerung dar, etwa 10-20 Millionen Bergleute und ihre Familien sind von der Goldgewinnung abhängig. Die schwierigen Arbeitsbedingungen im Kleinbergbau, bis hin zur Kinderarbeit sowie ökologischer Risiken, werden häufig kritisch reflektiert. Ebenso gilt dies für spezielle Risiken wie die Konfliktfinanzierung oder den Schmuggel, die häufig mit Goldlieferketten aus dem Kleinbergbau in Verbindung gebracht werden. Der Formalisierung des Sektors und der assoziierten Lieferketten kommt somit eine wichtige Rolle zur Verantwortung in der globalen Wertschöpfung von Gold zu. Goldscheideanstalten repräsentieren einen zentralen Dreh- und Angelpunkt für die Förderung der Sorgfaltspflicht und der Verantwortung in der Lieferkette von Gold. Die in Deutschland beheimateten Goldscheideanstalten unterhalten innerhalb der EU – und teils global – verzweigte vorgelagerte Lieferkettenstrukturen, beziehen jedoch momentan keine signifikanten Goldmengen aus dem Kleinbergbau. Der vorliegende Fachbericht vermittelt einen grundlegenden Überblick über die prinzipiellen Bezugsmöglichkeiten für Gold aus dem Kleinbergbau, die sich für deutsche Goldscheideanstalten ergeben. Dies erfolgt auf Basis der weltweiten Fördersituation, der logistischen Voraussetzungen sowie relevanter internationaler Standards der Sorgfaltspflicht und der Nachhaltigkeit. Der verantwortungsvolle Bezug von Gold aus dem Kleinbergbau erscheint vor dem derart reflektierten Hintergrund für einige deutsche Goldscheideanstalten als ein in der Praxis durchführbarer Schritt. Internationale bzw. Industrie-seitig definierte Standards und Zertifizierungssysteme lassen den Goldbezug aus dem Kleinbergbau zu, wenn den assoziierten Risiken adäquat begegnet wird. Um einen langfristig erfolgreichen Goldbezug zu gewährleisten, sind geeignete Partner auszuwählen sowie Anreizsysteme für diese Kleinbergbaubetriebe zu berücksichtigen, die in diesem Bericht dargestellt werden.
Fields of Study & Subjects
Mining and Resource Management
Global trade
sustainability
and social impact
Corporate Law and Human Rights
Publication details
- Journal / source
- Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
- Publication date
- 9 February 2026
- Language
- DE