Systematischer Vergleich der Letalität polytraumatisierter Patienten mit COPD, Diabetes mellitus Typ II und Antikoagulation mit einem altersnormierten und an die verletzungsschwere adaptiertem Kolletiv

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Authors: Sonja Talwar
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Abstract

Polytraumatisierte geriatrische Patientinnen und Patienten, weisen häufig Komorbiditäten wie chronisch- obstruktive Lungenerkrankung, Diabetes mellitus Typ II oder eine bestehende Antikoagulation auf, die die Versorgung erschweren und die Prognose negativ beeinflussen können. Ziel der Arbeit ist es, den Einfluss ausgewählter Komorbiditäten auf das Outcome bei geriatrischen Patientinnen und Patienten mit Polytrauma zu analysieren. Im Fokus stehen die Letalität, die Inzidenz sekundärer Komplikationen sowie intensiv- und stationäre Verweildauer. Eingeschlossen werden Patientinnen und Patienten mit einem Altersdurchschnitt von 65 Jahren, die zwischen 2006 und 2019 aufgrund des Polytraumas behandelt wurden. Das Studienkollektiv umfasst 236 Patientinnen und Patienten mit einer der definierten Komorbiditäten sowie ein Vergleichskollektiv von 80 Patientinnen und Patienten ohne diese. Erhobene Parameter waren u.a. Letalität, Inzidenz sekundärer Komplikationen, KH-Tage, sowie der ISS. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kombinationen aus AK und COPD mit einer erhöhten Letalität von 33% einhergeht. Sekundäre Komplikationen treten bei den Komorbiditätensgruppen auf, am ausgeprägtesten in der Gruppe mit AK und COPD (Sepsis: 40%, Schock 27%, Thrombose 7%). Die ISS-Werte sind bei Patientinnen und Patienten mit Komorbiditäten deutlich erhöht. Das Vorliegen einer Antikoagulation ist mit einer höheren Inzidenz von Kopf- und Halsverletzungen assoziiert, die sich in potenziell letalen Verläufen niederschlägt. In der Auswertung ist die Letalität in allen Kohorten mit Komorbiditäten außer der COPD Kohorte erhöht. Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit eines interdisziplinären Therapieansatzes für die Versorgung polytraumatisierter geriatrischer Patientinnen und Patienten. Die Einbindung von Unfallchirurgie, Anästhesie, Geriatrie und Physiotherapie führte nachweislich zu einer Reduktion der Mortalität und der Morbidität. Ein solches Versorgungskonzept scheint auch bei geriatrischem Polytrauma, insbesondere bei Vorliegen multipler Komorbiditäten, erfolgsversprechend.

Fields of Study & Subjects

Trauma and Emergency Care Studies Trauma Management and Diagnosis Trauma Hemostasis Coagulopathy Resuscitation

Publication details

Journal / source
Online Publication Service of Würzburg University (Würzburg University)
Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis