Dentoalveoläre Traumata bei Musikveranstaltungen: eine fragebogengestützte Onlineumfrage über den Zeitraum 2010-2020
Abstract
Die hier zugrunde liegende Studie wurde anhand von 2003 Fragebögen mittels einer Onlineumfrage durchgeführt. Die Daten wurden über einen Zeitraum von 2010-2020 erhoben mit einem Beantwortungszeitraum von drei Monaten. Die Auswertung der erhobenen Daten erfolgte hinsichtlich spezifischer Hypothesen zur dentoalveolären Traumatologie mit dem Ziel darzulegen, welche Verletzungen im Rahmen von Musikveranstaltungen mit welchen Häufigkeiten auftraten, welche Prädikatoren das Unfallrisiko steigern konnten, wie sich die Erstversorgung vor Ort gestaltete und inwiefern vermeidbare Folgeschäden auftraten. Die Studienvariablen wurden mit der Studienplanung festgelegt und sollten anhand der Fragestellungen im Fragebogen verwertbar erfasst werden. Sie umfassten Alter und Geschlecht der Probanden sowie, ob ein Konzert - und / oder Festivalbesuch in den Jahren 2010-2020 stattfand, die Größe der jeweiligen Veranstaltung, das dortige Feierverhalten und das Genre. Weitere Variablen waren das Auftreten einer Verletzung, wie und wo es zur Verletzung kam, Drogen- und / oder Alkoholeinfluss, die Art der Verletzung sowie Versorgung durch Ärzte, Sanitäter oder keine Versorgung, Art und Zeitraum der Est- und Weiterversorgung, Folgeschäden und Komplikationen. Prädikatoren wie Alkoholeinfluss, sehr junge männliche Erwachsene, Rockmusik, große Festivals, mittelgroße Konzerte, andere Besucher und intensives Feier- und Tanzverhalten konnten das Risiko einer Verletzung erheblich steigern. Dentoalveoläre Traumata waren in 14,6 % der Fälle vertreten. Dentale Verletzungen wie Dislokationen oder Zahnfrakturen hatten davon einen Anteil von 52,7 %. Dies verdeutlicht, dass diese spezifischen Formen von Verletzungen an den Zähnen in einem durchaus relevanten Ausmaß auftreten können und dass konkrete Maßnahmen zur Erstversorgung bedeutsam sein sollten. Bei allen Limitationen dieser Studie darf, gemäß der hier oftmals ermittelten Verzögerung der Sofortversorgung und der oft falschen Lagerung avulsierter Zähne, sehr wahrscheinlich von einer potenziellen zahnärztlichen Unterversorgung auf Musikveranstaltungen ausgegangen werden. Dies wird durch die aufgetretenen dentoalveolären Komplikationen deutlich. Weitere Therapien und auch Zahnersatz waren oft nötig, um eine funktionelle und ästhetische Wiederherstellung des stomatognathen Systems zu ermöglichen. Durch eine adäquate Erstversorgung, ermöglicht durch entsprechende Schulung des Sanitäts- und Rettungsdienstes, könnten solche Folgeschäden und damit einhergehende Therapien reduziert werden.
Fields of Study & Subjects
Dental Trauma and Treatments
Facial Trauma and Fracture Management
Trauma and Emergency Care Studies
Publication details
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis