»Psyche ist ausgedehnt«, Vorbedingung für eine Wissenschaft der Seele
Abstract
Seit Descartes bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Seele als eine unausgedehnte Substanz betrachtet, die weder Ort noch Raum einnimmt. Diese Vorstellung verhinderte über zwei Jahrhunderte lang die Möglichkeit einer Wissenschaft des Seelischen. Dies änderte sich im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts, als der Philosoph Franz Brentano psychische Phänomene anhand ihrer Intentionalität definierte und feststellte, dass sie dank ihrer Reminiszenzen erforscht werden können. Freud war ein Schüler Brentanos. Sein Ziel war es, eine Wissenschaft der Psyche zu begründen. Zu diesem Zweck nutzte er Brentanos Konzepte der Intentionalität und Reminiszenz, erweiterte diese jedoch auf die unbewussten Funktionen des Seelischen. Der Autor entfaltet die Entwicklung des Begriffs des psychischen Raums in Freuds Werk sowie in den Arbeiten von Melanie Klein und Bion. Er veranschaulicht diesen Begriff anhand eines klinischen Falles eines erwachsenen Patienten, der es ihm ermöglicht, das Konzept der Nicht-Orientierbarkeit des psychischen Raums in bestimmten pathologischen Zuständen zu betonen.
Fields of Study & Subjects
Nietzsche
Schopenhauer
and Hegel
Psychoanalysis and Social Critique
Art
Aesthetics
and Perception
Publication details
- Journal / source
- Jahrbuch der Psychoanalyse
- Publisher
- Psychosozial-Verlag GmbH and Co. KG
- Volume
- 67
- Issue
- 1
- Pages
- 13–41
- Publication date
- 1 March 2026
- Language
- DE