Die Meuterei

View at publisher
Authors: Dominic Suter, Elisabeth Geiger
Cited by: 1
References: 2

Abstract

Der behandlungstechnische Beitrag illustriert, sozusagen als »Begehung des ödipalen Geschehens«, das gewinnbringende Arbeiten mit Judith Le Soldat’s Theorie. Der in der Phantasie begangene Raubmord wird hier als eine regelmäßige Übertragung auf den Analytiker betrachtet, die analysiert werden muss. Die Wiederholung der Tat führt beim Analysanden – wie am konkreten Beispiel dargestellt – zu mächtiger Rächerangst in der Übertragung, was neue Angstabwehren erklärt. Die Virulenz der Kastrationsangst wird aber nicht nur beim Analysanden spürbar, die Kastrationstat kann in der Gegenübertragung auch für den Analytiker zum heiklen Punkt werden, was beidseits zur Tendenz führt, sich distanzieren zu wollen. Um diese große »Erinnerungslücke« dem Durcharbeiten emotional zugänglich zu machen, kreist der Analytiker sie mit dem Analysanden in mehrjähriger Analyse so lange ein, bis sie umstellt ist. Die Verhinderung der Flucht ermöglicht die Analyse der Tat. Die unerfüllten ödipalen Wünsche sind eigentlich der Motor in der Analyse. Das Fallbeispiel unterstreicht die Bedeutung der in der Psyche meist verdrängten Kastrationstat für die psychoanalytische Theorie und Praxis und eröffnet einen neuen Blick auf Probleme, die zum Analysenende auftauchen.

Fields of Study & Subjects

Psychoanalysis and Social Critique Psychotherapy Techniques and Applications Memory History Trauma Identity

Publication details

Journal / source
Jahrbuch der Psychoanalyse
Publisher
Psychosozial-Verlag GmbH and Co. KG
Volume
67
Issue
2
Pages
213–240
Publication date
1 August 2026
Language
DE