Die Wirksamkeit von Paartherapie/Paarberatung in der Praxis

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Authors: Christian Roesler
Cited by: 1
References: 25

Abstract

Thema des Artikels ist die Untersuchung der Wirksamkeit von Paarberatung in der Versorgungspraxis im deutschsprachigen Raum. Zu diesem Thema liegen bislang nur wenige empirische Studien vor, außerdem sind viele paartherapeutische Ansätze bislang kaum empirisch untersucht. In der Forschung, die es gibt, indiziert sich das sog. »efficacy-effectiveness-gap«: Paarberatung hat sich in experimentellen Studien als wirksam in der Reduktion von Paarbelastung erwiesen mit einer guten Effektstärke (d = .8); in naturalistischen Studien dagegen, die Paartherapie in der »realen« Praxis – also natürlichen Settings – untersuchen, ist die Wirksamkeit systematisch geringer (d = .5), nur 40 % der Paare kann in klinisch bedeutsamer Weise geholfen werden, 50 % brechen vorzeitig ab. Mit einer Abbrecherrate von über 40 % und klinisch bedeutsamen Verbesserungen für weniger als 40 % der Paare indiziert sich eine eher begrenzte Wirksamkeit von Paartherapie. Ausnahme ist allerdings die Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT), die empirisch eine sehr gute Effektstärke erreichte, hier waren nahezu 50 % der Paare klinisch bedeutsam gebessert. Einerseits unterstützen diese Befunde die Hypothese eines efficacy-effectiveness-gap, andererseits zeigen sich Unterschiede in der Effektivität entlang der Paradigmen mit einer höheren Effektivität von EFT-Ansätzen. Der Beitrag diskutiert, inwiefern die Versorgung in der Praxis der Paartherapie/-beratung verbessert werden könnte.

Fields of Study & Subjects

Attachment and Relationship Dynamics Psychotherapy Techniques and Applications Psychology Coaching and Therapy

Publication details

Journal / source
Beratung aktuell
Publisher
Psychosozial-Verlag GmbH and Co. KG
Volume
27
Issue
1
Pages
29–44
Publication date
1 September 2026
Language
DE