Kippfigur der Durchschnittlichkeit: Adornos Babbitt und seine Kritik des Common Sense
Abstract
Abstract Der Beitrag nimmt seinen Anfang bei einem überraschenden Auftritt einer kanonischen Figur der US-amerikanischen Literatur- und Kulturgeschichte im Werk Theodor W. Adornos: Georges F. Babbitt, des Protagonisten aus Sinclair Lewis‘ satirischem Roman Babbitt (1922). Adorno führt den Immobilienmakler Babbitt, den Lewis in einer fiktiven Stadt im Mittleren Westen ansiedelt, als eine Verkörperung des Common Sense ein, mithin des kleingeistigen Konformismus, eine Gestalt der Durchschnittlichkeit, die sich auf das Naheliegende beschränkt. Ausgehend von den Bezügen, in denen Babbitt bei Adorno aufgerufen wird, bringt der Beitrag einerseits die Figur Babbitt mit dem jüngst wieder verstärkt evozierten Typus des Kleinbürgers in Verbindung. Andererseits wird versucht, Babbitt mit Blick auf anderweitige Bemerkungen zum Common Sense bei Adorno als eine doppelbödige Figur zu denken, die zugleich das Potenzial autoritärer Radikalisierung wie auch deren Neutralisierung enthält.
Fields of Study & Subjects
Critical Theory and Philosophy
German Literature and Culture Studies
Literary Theory and Cultural Hermeneutics
Publication details
- Journal / source
- Sprache und Literatur
- Volume
- 54
- Issue
- 2
- Pages
- 276–297
- Publication date
- 9 January 2026