Ein neues Wettrüsten?
Abstract
ZusammenfassungAus Anlass des Endes von »New START« gibt der Beitrag einen Überblick über die Entwicklung der Atomwaffenverträge zwischen Russland und den USA.Auf dieser Grundlage wird die aktuelle Lage analysiert.Zentral sind dabei der russische Eroberungskrieg gegen die Ukraine und der Politikwechsel der USA unter Präsident Donald Trump.Das Ergebnis ist eine »unsichere Zukunft«. EinleitungAm 5. Februar 2026 lief der New-START-Vertrag zur nuklearen Rüstungskontrolle aus.Zum ersten Mal seit dem Ende des Kalten Krieges besteht kein Abkommen zur nuklearen Rüstungskontrolle mehr zwischen den USA und Russland.Thomas DiNanno, der amerikanische Unterstaatssekretär für Rüstungskontrolle, hielt am 6. Februar 2026 in Genf eine Rede, in der er das Ende der Ära einer einseitigen Zurückhaltung der USA in der Rüstungskontrolle verkündete.DiNanno erklärte, der »eklatanteste Mangel des New-START-Modells« sei das Scheitern, Russland an der Modernisierung seiner Atomwaffen zu hindern.Er argumentierte zudem, dass der Ausbau des chinesischen Atomwaffenarsenals ein neues Rüstungskontrollregime erforderlich mache, das alle drei führenden Atommächte einbeziehe.Infolge des Auslaufens des New-START-Vertrags stellte das Bulletin of the Atomic Scientists seine Weltuntergangsuhr auf 85 Sekunden vor 12 vor -der geringste Zeitabstand zur Katastrophe seit der Einführung im Jahr 1947.Dies spiegelte nicht nur das Auslaufen des New-START-Vertrags wider, sondern auch die Kriegsgefahr aufgrund des iranischen Atomprogramms und die anhaltenden Spannungen zwischen den Atommächten Indien und Pakistan.Die Federation of American Scientists schätzt das US-Atomwaffenarsenal auf 5.177 Sprengköpfe, das Russlands auf 5.459, jeweils einschließlich stillgelegter Sprengköpfe, und das Chinas auf 600.Neun Staaten besitzen zusammen über 12.000 Atomsprengköpfe, ein Rückgang gegenüber dem Höchststand von 70.000 im Jahr 1991 (siehe Grafik 1 auf S. 10 für Zahlen ohne stillgelegte Sprengköpfe).Russland und die USA haben sich regelmäßig gegenseitig beschuldigt, gegen diese Rüstungskontrollverträge zu verstoßen.Russland protestierte gegen die US-Pläne zur Stationierung von Raketenabwehrsystemen in Osteuropa, während die USA Russland vorwarfen, Raketen zu entwickeln, die gemäß dem INF-Vertrag verboten seien.Infolgedessen lief der INF-Vertrag 2019 aus.2020 kündigte US-Präsident Donald Trump den Vertrag über den Offenen Himmel, und Russland folgte diesem Beispiel 2021.Eines der wenigen noch gültigen Abkommen ist der Vertrag von 1967 zum Verbot von Atomwaffen im Weltraum.Die Vor-Ort-Inspektionen von Atomwaffen wurden im März 2020 aufgrund der Corona-Pandemie eingestellt.Der New-START-Vertrag wurde jedoch im Januar 2021 um fünf Jahre verlängert.Im August 2022 verweigerte Russland die Wiederaufnahme der Vor-Ort-Inspektionen. Inmitten gegenseitiger Vorwürfe kündigte der russische Präsident Wladimir Putin im Februar 2023 an, seine Teilnahme am Vertrag auszusetzen, aber die Beschränkungen für die Zahl der Atomsprengköpfe weiter zu beachten.
Fields of Study & Subjects
Nuclear Issues and Defense
European and Russian Geopolitical Military Strategies
Defense
Military
and Policy Studies
Publication details
- Journal / source
- Russland-Analysen
- Issue
- 477
- Pages
- 2–5
- Publication date
- 25 February 2026
- Language
- DE