Bewertung der agrarraumspezifischen Wirksamkeit und Realisierbarkeit existierender Politikziele und -maßnahmen zum Schutz der Biodiversität

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Authors: Lisa Holz, Christine Krämer, Maren Birkenstock, Norbert Röder, Diana Sietz, Martin Pingel, Sebastian Klimek, Burkhard Golla
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Abstract

Rund 50 % der Fläche Deutschlands werden landwirtschaftlich genutzt. Damit kommt der Landwirtschaft eine besondere Bedeutung für den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt zu. Allerdings liegen auf nationaler Ebene aktuell keine hinreichenden Daten vor, um den Zustand, die Trends und die Treiber von Biodiversitätsveränderungen in Agrarlandschaften wissenschaftlich belastbar bewerten zu können. Ziel des Projektes "Entwicklung der grundlegenden Standards für die Umsetzung eines Biodiversitätsmonitorings in der Landwirtschaft" (kurz: BM-Landwirtschaft) war es daher, grundlegende Standards als Vorbereitung für die konkrete Umsetzung eines Biodiversitätsmonitorings in der Landwirtschaft in Deutschland zu entwickeln. Der vorliegende Teilbericht befasst sich mit der agrarraumspezifischen Bewertung der Wirksamkeit und Realisierbarkeit1 bestehender Politikziele und -maßnahmen. Dafür wurden Politikziele und -maßnahmen systematisiert und zusammengefasst, die für den Schutz der Biodiversität in der Agrarlandschaft relevant sind. Insgesamt konnten acht Politikziele und -maßnahmen identifiziert werden, die für eine Operationalisierung hinreichend konkret beschrieben sind. Diese sind: • Einsatz chemischer Pestizide reduzieren, • Düngemitteleinsatz reduzieren, • Steigerung der THG-Senke des Sektors Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF)), • Kulturartenvielfalt erhöhen, • mehr Leguminosenanbau, • Arten und Lebensräume fördern, • mehr diverse Landschaftselemente. Die Wirksamkeit und Realisierbarkeit der einzelnen Politikziele und -maßnahmen wurde für ausgewählte Agrarräume im Rahmen von Expertenworkshops diskutiert. Es zeigt sich, dass sich die Wirksamkeit und Realisierbarkeit zwischen den Agrarraumtypen unterscheiden. So kann die Verfolgung eines Ziels in einem Agrarraumtyp eine hohe ökologische Wirksamkeit entfalten, während es in einem anderen Agrarraumtyp sogar nachteilige Effekte auf den Schutz der Biodiversität haben kann. Eine agrarräumlich differenzierte Betrachtung und Verfolgung von Politikzielen und -maßnahmen könnte somit die Effektivität und Effizienz hinsichtlich des Erhaltes und der Förderung der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft steigern. Aktuell sind bestehende Politikziele und -maßnahmen kaum an agrarräumlichen Gegebenheiten ausgerichtet. Dies hat zur Folge, dass Chancen zur Erreichung von Politikzielen und -maßnahmen ungenutzt bleiben, da der agrarraumspezifische Kontext bei der Auswahl und Priorisierung nicht in hinreichendem Maße berücksichtigt wird. Auch eine agrarräumlich angepasste Ausgestaltung von Politikinstrumenten wie z. B. Prämien, Ordnungsrecht, Beratung und die Berücksichtigung regionaler Potenziale sowie Problemlagen ist notwendig, um Politikziele zu erreichen.

Fields of Study & Subjects

International Human Rights and Reproductive Law Environmental Conservation and Management Organic Food and Agriculture

Publication details

Journal / source
Econstor (Econstor)
Publication date
1 January 2026
Language
DE