Kinderschutz in Zeiten von Corona: Ein Vergleich zwischen Hell- und Dunkelfeld vor dem Hintergrund der Möglichkeiten des Kinderschutzhandelns in Jugendämtern Artikel-Sidebar
Abstract
Die COVID-19-Pandemie und die getroffenen Infektionsschutzmaßnahmen haben im Kinderschutz rasch Sorgen vor einem massiven Anstieg der Häufigkeit von Gewalt gegen Kinder in Familien sowie der registrierten Gefährdungsfälle während oder nach der Pandemie ausgelöst. Für Deutschland ist eine Zunahme von Risikofaktoren für Kindeswohlgefährdung gut belegt. In Dunkelfeldstudien berichteten Eltern von einer Zunahme an Gewalt gegen ihre Kinder. Die Anzahl der Mitteilungen bezüglich einer möglichen Kindeswohlgefährdung an Jugendämter setzte in 2020 bis 2022 den Trend einer stetigen Zunahme fort. Eine sprunghaft stärkere Zunahme zeigte sich jedoch nicht. Die Anzahl der Inobhutnahmen ging in 2020 und 2021 zurück, was möglicherweise dafür spricht, dass Schwellen für den Eingriff in die elterliche Sorge höher angesetzt wurden. Die COVID-19-Pandemie stellte die Jugendämter vor große Herausforderungen, die sie in ihrem Kinderschutzhandeln einschränkten. Zukünftig sollte Kinderschutz in Krisenplänen regelhaft berücksichtigt werden.
Fields of Study & Subjects
Child Welfare and Adoption
Child Abuse and Trauma
Legal and Social Justice Studies
Publication details
- Journal / source
- Diskurs Kindheits- und Jugendforschung / Discourse Journal of Childhood and Adolescence Research
- Volume
- 20
- Issue
- 4-2025
- Pages
- 551–551
- Publication date
- 20 January 2026