«Fur das Kind wohl das Beste, wenn sie es zur Adoption gäbe»

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Authors: Rahel Bühler, Nadja Ramsauer, Susanne Businger
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Abstract

Adoptionen sind Entscheidungen von grosser ­Tragweite – für Kinder, Eltern und Adoptiveltern. In der Schweiz waren sie über Jahrzehnte geprägt von gesellschaftlichen Normen, rechtlichen Ungleichheiten und subtilen wie offenen ­Formen von Zwang. Dieses Buch untersucht die Adoptions­praxis im Kanton Zug von den 1960er-Jahren bis heute. Im Zentrum ­s­tehen die Fragen nach Zwangsmomenten im Adoptions­prozess und die Rolle von Behörden und Vermittlungsstellen. Wie frei war eine Entscheidung zur Adoption wirklich? ­Welche Bedeutung hatten Behörden, Vermittlungsstellen und gesellschaftliche Erwartungen? Die Studie zeigt auf, wie ­Adoptionen über Jahrzehnte hinweg durch ein Spannungsfeld von Fürsorge und Zwang geprägt waren. Besonders ledige Mütter standen in den 1960er- und 1970er-Jahren unter erheblichem Zwang: Rechtliche ­Ungleichstellungen, ökonomische Schwierigkeiten, Druck seitens der Behörden und gesellschaftliche Stigmatisierung führten dazu, dass eine Adoption für sie oft als alternativlos erschien. Die Analyse von Adoptionsdossiers, Interviews und rechtlichen Entwicklungen zeigt, wie sich die Rahmenbedingungen im Laufe der Jahrzehnte veränderten. Damit liefert das Buch nicht nur einen Beitrag zur Regional- und Sozialgeschichte, sondern eröffnet auch eine kritische Perspektive auf aktuelle Fragen von Kindes­wohl, reproduktiver Selbstbestimmung und rechtlichen Schutzmechanismen.

Fields of Study & Subjects

Child Welfare and Adoption Philosophy Sociology Political Theory Homicide Infanticide and Child Abuse

Publication details

Journal / source
Chronos Verlag eBooks
Publication date
27 February 2026
Language
DE
Document type
Book