Verbundprojekt: Antisemitismus in pädagogischen Kontexten - Religiös codierte Differenzkonstruktionen in der frühen und mittleren Kindheit (RelcoDiff)

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Authors: Karen Körber, Benjamin Rensch-Kruse, Anna Körs
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Abstract

Angesichts eines gewachsenen Antisemitismus richten sich jüngere Forschungen insbesondere auf den Bereich der Bildung, der für die gesellschaftliche Bearbeitung des Problems einen besonderen Stellenwert beansprucht. Bislang fehlte es jedoch an Forschungen darüber, ob und wie bereits im Kindesalter Stereotypisierungen und Zuschreibungen mit antisemitischem Hin-tergrund vorzufinden sind und wie diesen im Bereich der (früh)kindlichen Erziehung und Bil-dung begegnet werden kann. Vor diesem Hintergrund hatte das Verbundvorhaben zum Ziel, Differenzkonstruktionen unter jungen Kindern grundlagentheoretisch zu untersuchen, um der Ausbildung antisemitischer Haltungen frühzeitig und nachhaltig bereits im frühen Kindesalter mit seinen besonderen Entwicklungs- und Lernchancen entgegenwirken zu können. Drei interdisziplinär und qualitativ forschenden Teilprojekte haben sich der Forschungsfrage aus verschiedenen Perspektiven und in unterschiedlichen pädagogischen Feldern angenähert: TP 1 (Goethe Universität Frankfurt/Main, Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaften, Dr. Benjamin Rensch-Kruse) hat untersucht, wie Kinder in Kindertagesstätten untereinander (antisemitische) Differenzierungspraktiken anwenden. Methodisch wurden Interviews mit pädagogischen Fachkräften, Kitaleitungen und Eltern sowie teilnehmende Beobachtungen und Gruppendiskussionen mit Kindern durchgeführt. Im Mittelpunkt der Forschung von TP2 (Akademie der Weltreligionen, Universität Hamburg, Dr. Anna Körs) stand der schulische Religionsunterricht in der Grundschule, der durch die Vermittlung von Kenntnissen über das Judentum und die jüdische Geschichte und Gegenwart zur Prävention und Bearbeitung von Antisemitismus beitragen soll. Anhand von Unterrichtsbeobachtungen und Interviews mit Religionslehrer:innen an Hamburger Grundschulen wurden die didaktisch vermittelten und reproduzierten Unterscheidungspraktiken untersucht. Mit TP 3 (Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg, Dr. Karen Körber) wurde ein Perspektivwechsel vollzogen und der Fokus auf jüdische Grundschulen gelegt. An drei Standorten wurden leitfadengestützte Interviews mit von Antisemitismus betroffenen jüdischen Eltern und deren Kindern und parallel dazu Expert:inneninterviews mit Schulleitungen und Lehrkräften geführt.

Fields of Study & Subjects

German legal social and political studies Religion Theology History Judaism Christianity Religious Education and Schools

Publication details

Journal / source
RENATE
Publication date
28 January 2026
Language
DE