Potenziale und Perspektiven der Nachnutzung von Silotürmen

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Authors: Karoline Kladensky
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Abstract

Die vorliegende Diplomarbeit mit dem Titel “Potenziale und Perspektiven der Nachnutzung von Silotürmen in Niederösterreich“ untersucht den Umgang mit bestehenden Silobauten in ländlichen Räumen und setzt sich mit ihrer künftigen Rolle auseinander. Im Zentrum der Betrachtung stehen dabei sowohl vollständig leerstehende Silos als auch Bauwerke, die bereits nach- und nebengenutzt werden, wie zum Beispiel durch PV-Anlagen oder gestalterische Interventionen. Die Silos prägen vielerorts das Landschaftsbild und werden oft als identitätsstiftende „Landmarks“ agrarischer Kulturlandschaften eingeordnet. Der strukturelle Wandel in der Landwirtschaft, veränderte Logistikwege und zunehmende Zentralisierung haben dazu geführt, dass einige Silos ihre ursprüngliche Funktion verloren haben. Damit rückt die Frage nach ihrer Weiterentwicklung und ihrem Potenzial für neue Nutzungen in den Fokus raumplanerischer Überlegungen. Ziel der Arbeit ist es, Einblicke in die Herausforderungen, Entscheidungsprozesse und Erfolgsfaktoren bei Nach- und Zusatznutzungsprojekten von Silotürmen zu geben. Es soll aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten diese Bauten für neue Funktionen bieten und weshalb dadurch ein starker lokaler Mehrwert geschaffen werden kann. Die gewonnen Erkenntnisse verdeutlichen, welche Nutzungsansätze sich als besonders tragfähig erweisen, wo zentrale Hürden bestehen und in welchen Bereichen Potenziale bislang ungenutzt bleiben. Dadurch leistet die Arbeit einen Beitrag zum Verständnis von Entwicklungsoptionen und Grenzen im Umgang mit diesen besonderen Bauwerken. Methodisch basiert die Arbeit auf einer umfassenden Literaturrecherche, ergänzt durch eine Fallstudienanalyse, bei der bereits realisierte, geplante und nicht umgesetzte Projekte systematisch untersucht wurden. Qualitative Hintergrund-gespräche mit Expert:innen, Projektbeteiligten sowie Vertreter:innen aus der Politik dienen dazu Entscheidungsprozesse, Rahmenbedingungen und Hemmnisse besser zu verstehen. Die Ergebnisse zeigen, dass die architektonische und räumliche Qualität der Silos in Verbindung mit ihrer landwirtschaftlichen Präsenz ein breites Spektrum an Nach- und Nebennutzungen, von kulturellen, künstlerischen bis hin zu energetischen Nutzungen, ermöglicht. Darüber hinaus verdeutlichen die untersuchten Beispiele, dass auch vollständige Umnutzungen im Sinne von Mischnutzungskonzepten realisierbar sind, etwa durch die Kombination von unterschiedlichen Verwendungen eines Gebäudes. Projekte mit künstlerischer oder gestalterischer Intervention zeigen, dass schon vergleichsweise kleine Eingriffe, etwa durch Fassadengestaltung, eine hohe Wirkung entfalten können. Sie tragen zur Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung bei, stärken die lokale Identität und regen Diskussionen über den Wert und die Zukunft solcher Bauwerke an. Solche Maßnahmen fungieren häufig als Impulsgeber:in für weiterführende Nachnutzungsinitiativen und machen sichtbar, dass nicht jede Transformation zwingend eine vollständige Umnutzung erfordert, um einen Mehrwert für eine Gemeinde zu schaffen. Zentral ist die Rolle der Gemeinden als Schlüsselakteur:innen im Prozess der Nachnutzung. Selbst wenn die Gemeinde den Silo nicht selber entwickelt, sind sie entscheidend bei der Initiierung, Moderation und Unterstützung solcher Projekte. Förderprogramme können dabei wichtige Impulse geben und wirtschaftliche Hürden abmildern, besonders in Fällen, bei denen die Rentabilität nicht das alleinige Entscheidungskriterium ist. Insgesamt wird deutlich, dass Silotürme weit mehr als reine Funktionsbauten der Agrarwirtschaft sind. Sie verkörpern ein Stück regionaler Geschichte und Identität, das durch kreative Nach- und Nebennutzungen neu interpretiert werden kann. Die Arbeit zeigt auf, welche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Transformation förderlich sind, zugleich aber auch welche technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen sie mit sich bringt. Damit leistet sie einen Beitrag zum besseren Verständnis des planerischen als auch gesellschaftlichen Umgangs mit diesen Bauwerken und eröffnet Perspektiven für eine nachhaltige Weiterentwicklung des ländlichen Raums.

Fields of Study & Subjects

Cultural Heritage Management and Preservation Urbanism Landscape and Tourism Studies Rural development and sustainability

Publication details

Journal / source
reposiTUm (TU Wien)
Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis