Die Implikationen der Oberfläche – Taktilität und Raumwahrnehmung
Abstract
Architektur entfaltet ihre Wirkung dort, wo Material, Oberfläche und Atmosphäre zu einem sinnlich erfahrbaren Zusammenhang werden. Die vorliegende Arbeit widmet sich der Frage, wie sich räumliche Stimmung aus der Beziehung zwischen Nah- und Fernsinnen, aus Polaritäten der Oberfläche und aus der Lesbarkeit von Absicht und Bearbeitung bildet. Ausgehend von einer theoretischen Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, materiellen Spuren und dem Begriff architektonischer Glaubwürdigkeit entwickelt die Arbeit einen Entwurfsansatz, der Atmosphäre nicht abbildet, sondern räumlich hervorbringt.Der Entwurf von Bistro, Küche und Bar setzt diesen Ansatz in drei unterschiedlichen, aber inhaltlich verwandten Räumen um. Jeder Raum formuliert eine eigene Gewichtung von Sinnlichkeit, Funktion und Verdichtung: das Bistro als Ort konzentrierter Wahrnehmung und Wohnlichkeit, die Küche als hellster und am stärksten ablauf- und arbeitsorientierter Raum, die Bar als kleinster und intensivster Schauplatz, in dem räumliche Dichte und Polaritäten am deutlichsten zugespitzt werden. Die drei Räume sind inhaltlich verwandt, unterscheiden sich aber in ihren atmosphärischen Anforderungen und bilden gemeinsam eine Abfolge unterschiedlicher Zustände. Zusammenfassend zeigt die Arbeit, wie Atmosphäre aus der Kohärenz von Material, Nutzung und Zeit entsteht. Oberflächen erscheinen dabei nicht als nachträgliche Hülle, sondern als Träger von Absicht, Arbeit und Gebrauch, in denen sich die Beziehung zwischen Mensch und Raum in ihrer ganzen Tiefe einschreibt.
Fields of Study & Subjects
Architecture
Modernity
and Design
Design
and Social History
Architecture and Computational Design
Publication details
- Journal / source
- reposiTUm (TU Wien)
- Publication date
- 1 February 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis