Potenziale der Erdgeschosszone – Kollektive Revitalisierung von Leerstand

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Authors: Phillip Lukas Roßbach
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Abstract

Die vorliegende Diplomarbeit untersucht das Potenzial leer stehender Erdgeschosse in Wien und analysiert, welche baulichen, sozialen und rechtlichen Faktoren deren Revitalisierung begünstigen oder behindern. Ausgangspunkt ist das Verständnis der Erdgeschossebene als Teil des Stadtparterres, einer fließenden Zone zwischen öffentlichem Straßenraum und privaten Innenhöfen. Diese Verknüpfungsebene prägt die Lebendigkeit und soziale Durchmischung urbaner Quartiere und wirkt unmittelbar auf die Wahrnehmung des Stadtraums. Damit beeinflusst sie sowohl die kulturelle Identität als auch die Vitalität eines Grätzls. Durch historische und nutzungsbedingte Veränderungen kommt es im Erdgeschoss jedoch zunehmend zu Leerständen. Vor diesem Hintergrund rückt die Diplomarbeit folgende Forschungsfrage in den Mittelpunkt: Wie wirken sich leer stehende Erdgeschosse auf das soziale Gefüge urbaner Grätzl aus und welche kollektiven Nutzungsstrategien fördern eine nachhaltige, kollektive und gemeinschaftsorientierte Belebung? Ausgehend vom Konzept des Stadtparterres gibt die Arbeit die historische Entwicklung Wiens wieder – von der Eingliederung der Vorstädte und der damit einhergehenden baulichen Verdichtung der Gründerzeit über die Nachkriegszeit und das Leitbild der autogerechten Stadt bis hin zur heutigen Gestalt der Erdgeschosszone. Daran anschließend werden Ursachen und Folgen der gegenwärtigen Krise des Stadtparterres untersucht, die maßgeblich zum Anstieg von Leerstand beitragen. Bedingt durch ein verändertes Konsumverhalten im Zuge der Digitalisierung, steigende Mieten, rechtliche Hürden sowie deren Auswirkungen auf das soziale Gefüge. Ergänzend dazu analysiert die Diplomarbeit aktuelle Leerstandsdynamiken in Wien, relevante Rahmenbedingungen und planerische Strategien.Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf gemeinschaftlich organisierten Bewegungen. Vereine, Kollektive und zivilgesellschaftliche Initiativen werden als Akteur*innen einer neuen Stadtpraxis betrachtet, die durch gemeinschaftliche Nutzung leer stehender Räume urbane Teilhabe neu verhandeln.Die Fallstudie zum Yppenplatz-Grätzl verdeutlicht diese Themen exemplarisch im Kontext der Gründerzeitstrukturen Ottakrings und Hernals. Eine filmische Dokumentation erweitert die schriftliche Analyse um eine visuelle Forschungsebene, die räumliche Atmosphären und Expert*inneninterviews verbindet. Das Ziel der Arbeit ist es, zu untersuchen, wie leer stehende Erdgeschosse in Wien durch kollektive, gemeinwohlorientierte Nutzungen nachhaltig reaktiviert werden können. Dazu werden sowohl strukturelle Ursachen des Leerstands als auch das Potenzial zivigesellschaftlicher Initiativen analysiert, um konkrete Strategien für eine soziale und räumlich Belebung urbaner Grätzl abzuleiten.

Fields of Study & Subjects

Urbanization and City Planning Urban Development and Cultural Heritage Urban Planning and Valuation

Publication details

Journal / source
reposiTUm (TU Wien)
Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis