Leerstand als Ressource - Ursachen, Auswirkungen und Strategien zur Revitalisierung für unterschiedliche Raumtypen

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Authors: Elsa Primschitz
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Abstract

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Leerstand als wachsendes Phänomen räumlicher Transformation beruht auf einer Vielzahl struktureller, wirtschaftlicher, planerischer und gesellschaftlicher Entwicklungen. Seine Aktualität manifestiert sich in tiefgreifenden Prozessen, die auf unterschiedlichen Maßstabsebenen wirksam sind und verdeutlichen, dass die Frage nach dem Umgang mit Raum, Bestand und Ressource zu einer zentralen Herausforderung im planerischen Diskurs geworden ist.Das Spannungsfeld zwischen neu erschlossenen Flächen und gleichzeitig ungenutztem Bestand zeigt die räumlichen Disparitäten in urbanen und ruralen Gebieten. Während an den Orts- und Stadträndern neue Bauflächen entstehen, verlieren die Zentren zunehmend an Funktion und Aufenthaltsqualität. Leerstand beeinflusst zudem das Erscheinungsbild und die atmosphärische Wahrnehmung in Städten und Dörfern und wirkt in baukultureller Dimension als Träger historischer Entwicklungen und des kollektiven Gedächtnisses. Vor diesem Hintergrund widmet sich die vorliegende Diplomarbeit der Betrachtung, Leerstand als Ressource zu begreifen - der Bezirk Baden, im niederösterreichischen Industrieviertel, dient dabei als Untersuchungsraum. Zwischen Wienerwald und Pannonischer Tiefebene gelegen, sind die räumlichen Dynamiken in der Region durch die Nähe zu Wien, durch Strukturwandel, Flächeninanspruchnahme und Wachstumsdruck geprägt.Ziel der Arbeit ist es, Ursachen, Auswirkungen, das historische Erbe und den regionalen Kontext zu analysieren und daraus ein Instrumentarium zu entwickeln, welches Gemeinden im Umgang mit un- und mindergenutzten Räumen unterstützt. Die drei Fallgemeinden Bad Vöslau, Tattendorf und Blumau-Neurißhof repräsentieren unterschiedliche Raumtypologien - urban, rural, post-industriell - und bilden die Grundlage für die Betrachtung von Raumstruktur, Gesellschaft und Baukultur.Methodisch basiert die Arbeit auf der Verknüpfung theoretischer, analytischer und kontextbezogener Verfahren. Der theoretische Teil verknüpft wissenschaftliche Grundlagen mit regionalen Analysen sowie den Ortsbegehungen und geht in einen praktischen Teil über, der durch Kartierungen und grafische Darstellungen ergänzt wird. Aus diesen Analysen entstehen die fünf Leitgedanken - Erfassen, Vermitteln, Aktivieren, Erhalten, Transformieren - die das entwickelte Instrumentarium strukturieren und Leerstand als räumliche, baukulturelle, soziale und atmosphärische Ressource begreifbar machen.Die Erkenntnisse zeigen, dass Leerstand stets im räumlichen und historischen Kontext zu betrachten ist, sich jedoch übergreifende Ansätze und Leitgedanken ableiten lassen. In Bad Vöslau steht die Reaktivierung der Kurkultur in ihren historischen Gebäuden im Vordergrund, in Tattendorf die Stärkung der dörflichen Identität und in Blumau-Neurißhof die Transformation des industriellen Erbes. Als gemeinsamer Ansatz wird die Stärkung der Ortskerne, die nachhaltige Innenentwicklung und die Bewusstseinsbildung für den Wert des Bestands verfolgt.Leerstand wird damit als Potenzial für räumliche, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen verstanden, als Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft, Funktionsverlust und Raumqualität, kultureller Identität und planerischem Handlungsbedarf.

Fields of Study & Subjects

Urbanization and City Planning Urban Planning and Valuation Cultural Heritage Management and Preservation

Publication details

Journal / source
reposiTUm (TU Wien)
Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis