Prozesse des Unfertigen - Weiterbauen am Globusprovisorium in Zürich
Abstract
Im Zuge des Sanierungsbedarfs des Globusprovisoriums in Zürich entstand eine Debatte über die Zukunft von Ort und Gebäude innerhalb der Stadt. Das Provisorium ist eines der letzten verbleibenden Zeitzeugen der Zürcher Flussbauten, was den diskutierten Abriss äußerst kritisch zu hinterfragen lässt. Es liegt prominent im Herzen der Stadt, am hochfrequentierten Gelenk zwischen Bahnhof und Central, direkt an der Limmat. Diese Diplomarbeit untersucht das Unfertige als architektonisches Prinzip und versteht zukunftsfähige Architektur als offenen Prozess, der lebendig auf temporäre und saisonal wandelnde Bedürfnisse reagiert. Auf dieser Grundlage werden die bestehenden Stahlprofile des Bestandes katalogisiert, neu zusammengefügt und als Neuinterpretation des Provisoriums gelesen. Es wird nicht als vollendet gelesen, sondern als unfertiger Baustein in der Stadt. Ziel ist es, durch gezielte Eingriffe ein zukunftsfähiges Gebäude zu entwerfen, welches seinen vollendeten Zustand bewusst nicht erreicht hat und wandelbar bleibt. Der Entwurf entwickelt eine Reihe von Strategien des Weiterbauens, ohne sich als vollendeten Zustand zu verstehen. Unterschiedliche Ansätze greifen ineinander und eröffnen punktuelle Synergien. Es geht um das Verstehen der vorhandenen Struktur als wertvolle Ressource. Der Entwurf wird nicht als vollendet angesehen, sondern als weiterer Abschnitt im Leben des Provisoriums.
Fields of Study & Subjects
Architecture
Modernity
and Design
Cultural Heritage Management and Preservation
Architecture and Computational Design
Publication details
- Journal / source
- reposiTUm (TU Wien)
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis