Zukunft ländlicher Ensembles - Weiterbauen und Wiederverwenden im Wienerwald

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Authors: Pollak, Sarah
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Abstract

Wohnungsnot und Leerstand sind zwei widersprüchliche Phänomene, die das Spannungsfeld der heutigen Stadtentwicklung sichtbar machen. Im urbanen Kontext wird der Umgang mit diesem Thema zunehmend diskutiert und kritisch hinterfragt. Der ländliche Raum bleibt in dieser Debatte meist unbelichtet und findet in der Gesellschaft deutlich weniger Beachtung, obwohl Leerstand in vielen Regionen das Ortsbild prägt. Strukturelle Veränderungen, wie Abwanderung und demografischer Wandel, führen zum Verfall ländlicher Hofensembles und werfen Zukunftsfragen über die neue Rolle des ländlichen Raumes auf. Ausgehend von der städtischen Leerstandsproblematik in Wien, richtet sich mein Blick auf die Marktgemeinde Mauerbach am westlichen Stadtrand, in der ein Ensemble als Sinnbild für ungenutzte Potenziale steht. Obwohl die Marktgemeinde nur unweit des urbanen Geschehens liegt, bildet dessen Ortsmitte ein historisch gewachsenes Gefüge, in dem zahlreiche Räume ungenutzt bleiben. In den meisten Fällen führt der Verfall ungenutzter, jedoch intakter Gebäude zum Abriss und in Folge dessen zur Neubebauung. Dies ist nicht nur in Zeiten der Klimakrise und Ressourcenknappheit stark zu hinterfragen. Um eine nachhaltige Baukultur zu schaffen, muss das Potenzial des Bestands erkannt, gewertschätzt und genutzt werden. Gebaute Strukturen sind Rohstofflager und integrale Bestandteile des kulturellen und räumlichen Gefüges, die wieder zum Leben erweckt werden wollen. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Diplomarbeit neue Perspektiven im Umgang mit obsolet gewordenen Hofensembles. Durch selektiven Rückbau und Bauteilwiederverwendung eröffnen sich neue Wege, um an Bestandsstrukturen weiterzubauen und die vor Ort vorhandenen Ressourcen neu zu interpretieren. Ein Blick in die praktische Baukultur zeigt die Relevanz der Typologie von Bauteillagern, welche eine mögliche Nutzungstransformation darstellen. Alte Materialien werden gesammelt, aufbereitet und anschließend wieder in den Kreislauf des Bauens zurückgeführt. Es zeigt sich für mich ein verborgener, vielschichtiger Möglichkeitsraum, der Schnittmengen zwischen Arbeiten, Leben und Wohnen bietet. Mauerbach als Ort der Begegnung zwischen Natur und gewachsener Infrastruktur entfaltet einen Spielraum für die Gemeinde und Wien. Anhand von Fragmenten des Ensembles stellt der Entwurf mögliche Konzepte für eine für die Gemeinde attraktive Transformation dar. In meiner Diplomarbeit beschäftige ich mich mit Ansätzen, die aufzeigen, dass oftmals mit minimalem Aufwand deutliche Veränderungen erzielt werden können. Durch das Weiterbauen vorhandener Substanz durch Bauteilwiederverwendung wird das Narrativ unserer Baukultur nachhaltig bewahrt und fortgeschrieben.

Fields of Study & Subjects

Urbanization and City Planning Cultural Heritage Management and Preservation Urban Planning and Valuation

Publication details

Journal / source
reposiTUm (TU Wien)
Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis