Spinnerei Rohrbach - Revitalisierung und Umnutzung eines ehemaligen Textilindustriedenkmals

Read full text
Authors: Anna Wenisch
Cited by: 0

Abstract

Industrielle Großanlagen wie die ehemalige „Spinnerei Rohrbach“ prägten über Jahrzehnte hinweg die wirtschaftliche, soziale und räumliche Identität vieler österreichischer Regionen. Mit dem Niedergang der heimischen Textilindustrie und der Verlagerung der Produktion in Länder mit deutlich geringerem sozialen und ökologischen Standards verlor auch die ehemalige Spinnerei in Rohrbach am Steinfelde ihre ursprüngliche Funktion. Die daraus resultierenden Leerstände führen zunehmend zu strukturellem Verfall und setzen die betroffenen Gebäude einem hohen Abrissdruck aus. Dieser Trend gefährdet nicht nur wichtige Zeugnisse der österreichischen Industrie- und Architekturgeschichte, sondern auch das langfristige Potenzial dieser Bauten als wertvolle räumliche Ressourcen. Immer wichtiger wird somit die Bewahrung materieller und immaterieller Kulturgüter, denn diese stärken lokale Identitäten, reduzieren den Ressourcenverbrauch im Bauwesen und bieten gleichzeitig neue Nutzungsperspektiven für die Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft in der Umgebung. Anhand des Spinnereiareals wird untersucht, wie historische Produktionsstätten durch ein adaptives Umnutzungskonzept auf zeitgenössische und individuelle Bedürfnisse reagieren können und welche planerischen, denkmalpflegerischen und ökologischen Kriterien dabei zu berücksichtigen sind und zu ihrem Vorteil genutzt werden können. Das Ergebnis der Analyse verdeutlicht, dass die Revitalisierung solcher Industriedenkmäler einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung von Regionen leisten kann. Sie schafft neue Nutzungsmöglichkeiten und verhindert den Verlust wertvoller historischer Bausubstanz, welche oftmals identitätsstiftend für ihre Region sein kann. Zudem soll ein Zeichen gegen die „Wegwerf-Mentalität“ gesetzt werden, die sowohl im Bausektor als auch in globalen Lieferketten, vor allem in der Textilindustrie, sichtbar wird. Die Arbeit unterstreicht damit die Notwendigkeit, bestehende Gebäude und ihre Geschichte nicht als Belastung, sondern als Potenzial für zukünftige Entwicklungen zu betrachten.

Fields of Study & Subjects

Cultural Heritage Management and Preservation Urbanism Landscape and Tourism Studies Urban Development and Cultural Heritage

Publication details

Journal / source
reposiTUm (TU Wien)
Publication date
1 February 2026
Language
DE
Document type
Thesis