Das polytraumatisierte Kniegelenk bei der Katze - eine Literaturübersicht und Fallevaluierung an der Chirurgischen Kleintierklinik

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Authors: Charleen Zornow
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Abstract

Diese Diplomarbeit befasst sich mit polytraumatisierten Kniegelenksverletzungen bei Katzen und umfasst eine Literaturübersicht sowie eine retrospektive Fallstudie an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Polytraumatische Verletzungen des Kniegelenks treten häufig in Verbindung mit starken äußeren Einwirkungen wie Unfällen oder Stürzen auf und sind dadurch gekennzeichnet, dass oft mehrere Strukturen wie Kreuz- und Kollateralbänder sowie Menisken betroffen sind. Unsere Hypothese, dass die chirurgische Versorgung multiligamentöser Kniegelenksverletzungen bei Katzen – basierend auf Literaturergebnissen und retrospektiv analysierten Fällen an der Veterinärmedizinischen Universität Wien – in der Mehrheit der dokumentierten Behandlungen zu einer schmerzfreien und funktionell stabilen Gliedmaßenfunktion führt, konnten wir nur teilweise bestätigen, da die Aussagekraft unserer gewonnen Studienergebnisse aufgrund der unzureichenden Datenmenge eingeschränkt ist. Die Diagnosestellung polytraumatischer Kniegelenksverletzungen erfolgt typischerweise durch klinisch-orthopädische Untersuchung und bildgebende Verfahren. Aufgrund der Instabilität des Gelenks ist eine chirurgische Behandlung notwendig, da konservative Methoden wenig Erfolg versprechen. Die retrospektive Fallstudie an der VMU umfasst 21 Katzen, die zwischen 2001 und 2023 behandelt wurden. Die operativen Behandlungsmethoden umfassten verschiedene Stabilisierungstechniken wie unter anderem extrakapsuläre Fadenzügel und transartikuläres Pinning. Postoperative Komplikationen traten in einigen Fällen auf, darunter Infektionen und Implantatlockerungen, die teilweise eine erneute Operation erforderten. Eine Gegenüberstellung der behandelten Fälle an der VMU und der in der Literatur beschriebenen Fälle zeigte eine große Übereinstimmung hinsichtlich der Wahl der Behandlungsoption, des therapeutischen Erfolgs und der aufgetretenen Komplikationen. An der VMU wurden insgesamt neun schwere (major) und eine leichte (minor) Komplikationen verzeichnet, darunter Infektionen, Schwellungen und Implantatlockerungen. Die Literatur berichtet ähnliche Zahlen: bei 22 Katzen traten 8 major und 3 minor Komplikationen. Ein Zusammenhang zwischen gewählter Therapieoption und Auftreten von major/minor Komplikationen konnte nicht festgestellt werden. Insgesamt ergab sich keine Operationsmethode, die mit mehr oder weniger Komplikationen einherging und daher empfohlen/ vermieden werden sollte. 42 Bei der postoperativen Versorgung zeigt sich an der VMU eine Tendenz zu engmaschigeren Kontrollen gegenüber dem postoperativen Regime in der Literatur, was zu einer frühzeitlichen Behandlung möglicher Komplikationen und damit besseren Heilungschancen beitragen könnte. So wurden Kontrolltermine an der VMU früher und häufiger angesetzt, als in der Literatur beschrieben. Übereinstimmungen gab es in den Zeitabständen der bildgebenden Kontrolluntersuchungen (i.d.R nach 4 - 6 Wochen). Ergänzend wurde mittels Fragebögen die BesitzerInnenzufriedenheit an der VMU mit der Behandlung sowie die Lebensqualität der Katzen ermittelt. Dafür wurde ein Fragebogen in Anlehnung an bereits existierende Bewertungssysteme erstellt. Die Antworten wurden einem Punktebewertungssystem zugeteilt. Eine Punktzahl von unter 20 wurde definiert als “schmerzfrei”. Bei der Auswertung der Fragebögen konnte eine signifikante Schmerzlinderung bei den Tieren festgestellt werden: alle BesitzerInnenbefragungen ergaben, dass die HalterInnen ihre Katzen als schmerzfrei beschrieben. Dies weist auf einen erfolgreichen Behandlungsverlauf und eine wiederhergestellte Stabilität und Funktionalität der Gliedmaße hin. Unsere Ergebnisse belegen, dass eine sorgfältige Diagnostik sowie individuell ausgewählte chirurgische Eingriffe bei polytraumatisierten Kniegelenken von Katzen langfristig zu positiven Behandlungsergebnissen führen können. Um die Langzeitergebnisse und mögliche Zusammenhänge zwischen gewählter Therapieoption und auftretenden Komplikationen umfassender bewerten zu können, wären jedoch weitere Studien mit größeren Fallzahlen und prospektivem Charakter wünschenswert.

Fields of Study & Subjects

Veterinary Orthopedics and Neurology Veterinary Medicine and Surgery Knee injuries and reconstruction techniques

Publication details

Journal / source
Phaidra - Repository of the University of Veterinary Medicine, Vienna
Publication date
15 January 2026
Language
DE