Knochensequester bei Rindern und Neuweltkamelen (2007 - 2024) – Retrospektive Auswertung aus dem Patientengut der Klinik (Tierspitalinformationssystem) - Behandlungsergebnisse und postoperative Überlebenszeit

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Authors: Lina Heckel
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Abstract

Zwischen 2007 und 2024 wurden 24 Tiere (21 Rinder, 2 Alpakas, 1 Lama) mit Sequestern an einer oder mehreren Gliedmaßenknochen an der Universitätsklinik für Wiederkäuer der Veterinärmedizinischen Universität Wien vorgestellt. Bei diesen Patienten wurden klinische Befunde, Größe der Knochensequester, Behandlungsregime, postoperative Komplikationen, Behandlungserfolg und die postoperative Überlebenszeit retrospektiv analysiert. Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung wiesen die Tiere ein mittleres Alter von 24,3 Monaten (±24,1) auf. Von den 30 diagnostizierten Sequestern befanden sich 21 (66,5%) an den Metakarpal- und Metatarsalknochen, der Rest verteilte sich auf andere Gliedmaßenknochen. Bei der Erstuntersuchung wiesen die Patienten einen mittleren Locomotion-Score von 3,3 (von 5; ±1,3) auf. Die Knochensequester waren 1,5 bis 10,0 cm lang, 0,5 bis 4 cm breit und 0,2 bis 1,0 cm tief. Für die statistische Auswertung wurde ihre Größe in drei Größengruppen eingeteilt. Drei von insgesamt 24 Patienten waren aufgrund von ernsthaften Begleiterkrankungen, und damit einer schlechten Prognose, nach der Diagnosestellung euthanasiert worden. Neunzehn Tiere wurden operativ mittels Sequestrektomie behandelt und bei zwei Tieren wurden radiologisch kleine und dünne Sequester diagnostiziert, so dass hierbei deren Resorption abgewartet wurde. Fünf der 21 behandelten Patienten wurden aufgrund postoperativer Komplikationen euthanasiert, und 16 Patienten (76,2%) wurden erfolgreich behandelt. Die mediane kumulative postoperative Überlebenszeit dieser 16 Tiere betrug 42,1 Monate (± 39,5). Weder zwischen dem Alter der Patienten zum Zeitpunkt der Diagnosestellung des Sequesters und der postoperativen Überlebenszeit (p = 0,854) noch zwischen Sequestergröße und Behandlungserfolg (p = 0,77) konnte ein statistisch signifikanter Zusammenhang nachgewiesen werden. Hingegen ließ sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen Sequestergröße und postoperativer Überlebenszeit (p = 0,011) feststellen; Tiere der Gruppe 3, also die Patienten mit den größten Sequestern, hatten eine signifikant längere postoperative Überlebenszeit als die der Gruppen 1 und 2 (p = 0,017). Aus den Ergebnissen dieser und anderer Studien lässt sich schlussfolgern, dass die Heilungschancen von Rindern und Neuweltkamelen mit Knochensequestern bei adäquater Wahl des Zeitpunktes für die Sequestrektomie - der Sequester muss im Röntgenbild sehr deutlich von allen umgebenden vitalen Knochenanteilen abgrenzbar sein - als gut einzustufen sind, sofern nicht schwerwiegende Begleiterkrankungen zusätzlich vorliegen.

Fields of Study & Subjects

Veterinary Orthopedics and Neurology Veterinary Equine Medical Research Veterinary Medicine and Surgery

Publication details

Journal / source
Phaidra - Repository of the University of Veterinary Medicine, Vienna
Publication date
14 January 2026
Language
DE