Giardiose bei Hund und Katze: Risikofaktoren und therapeutische Optionen – eine Literaturübersicht

Read full text
Authors: Jürgen Bretzenberger
Cited by: 0

Abstract

Giardien sind weltweit verbreitete einzellige Parasiten. Vor allem junge Hunde und Katzen sind häufiger infiziert, wobei breiiger bis wässriger Durchfall besonders häufig zu beobachten ist. Die Diagnostik erweist sich in vielen Fällen oft als schwierig, da die Zysten häufig intermittierend ausgeschieden werden. Für die Behandlung einer Giardiose haben sich Fenbendazol und Metronidazol als wirksam erwiesen. Allerdings ist ein andauernder Therapieerfolg nicht immer gewährleistet. Durch entsprechende Hygienemaßnahmen kann das Risiko einer Reinfektion reduziert und der Erfolg der Therapie maßgeblich gesteigert werden. In den vergangenen Jahren wurde bei der Behandlung von Giardiose zunehmend auch das intestinale Mikrobiom mit einbezogen, denn die Darmflora trägt einen entscheidenden Faktor zur Abwehr von Parasiten und zur klinischen Heilung bei. Im Vergleich zu Metronidazol zeigt Fenbendazol dabei eine geringere Auswirkung auf das Darmikrobiom. Eine Infektion mit Giardien führt unabhängig von der gewählten Behandlung selbst zu einer Veränderung der Bakterienzusammensetzung der Darmflora. Probiotika fördern die Diversität des Mikrobioms und indirekt auch das Immunsystem, was sich positiv auf die Parasitenabwehr und damit auf den Heilungsprozess auswirken kann. Zudem spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung intestinaler Krankheitserreger. Eine ballaststoffreiche, fettarme, sowie laktose- und zuckerfreie Ernährung ist bei Giardiosepatienten zu bevorzugen. Es existiert eine Vielzahl von Medikamenten, die in experimentellen Studien eine Wirkung gegen Giardien zeigen, jedoch besitzen sie ähnliche Vor- und Nachteile wie Metronidazol und Fenbendazol. Als alternative Ansätze sind pflanzliche Wirkstoffe sowie eine Impfung zu erwähnen. Hinsichtlich der Entwicklung neuer Impfstoffe lassen sich unterschiedliche Ansätze beobachten. Weitere Forschungsarbeiten insbesondere zur Wechselwirkung von Giardien, antiprotozoären Wirkstoffen und dem intestinalen Mikrobiom sowie zur Impfung sind erforderlich, um die Kontrolle dieser Parasitose bei Haustieren zu optimieren.

Fields of Study & Subjects

Parasitic Infections and Diagnostics Helminth infection and control Veterinary medicine and infectious diseases

Publication details

Journal / source
Phaidra - Repository of the University of Veterinary Medicine, Vienna
Publication date
15 January 2026
Language
DE