Feline infektiöse Peritonitis und die sozialen Medien: Informationen zu Diagnostik und Therapie von Katzen mit FIP
Abstract
Die feline infektiose Peritonitis (FIP) ist eine, durch eine mutierte Form des felinen Coronavirus (FCoV) hervorgerufene Erkrankung der Katze und kommt weltweit haufig vor. Lange Zeit galt FIP als Todesurteil doch seit einigen Jahren sind wirksame Medikamente erhaltlich, die allerdings fur den veterinarmedizinischen Einsatz nicht zugelassen sind. Ziel dieser Diplomarbeit war es, Katzen mit Verdacht auf feline infektiose Peritonitis im deutschsprachigen Raum zu identifizieren und Informationen uber diagnostische Masnahmen sowie die anschliesende Therapie mit einem in der EU nicht zugelassenen Medikament zu erfassen und zu analysieren. Hierzu wurde ein anonymer Fragebogen fur Katzenhalterinnen und Katzenhalter entwickelt, der FIP-Falle und deren Behandlung aus den Jahren 2021 bis 2024 dokumentieren sollte. Innerhalb eines vierwochigen Zeitraums ergaben sich 1604 Teilnahmen, von denen 875 (54,5 %) fur die Auswertung genutzt werden konnten. Die Mehrheit der erkrankten Katzen (43,3 %) lebte in Haushalten mit mehreren Katzen, war jedoch das einzige Tier, das Symptome zeigte. Zu den Hauptsymptomen zahlten Apathie (81,0 %), deutlicher Gewichtsverlust (60,1 %), hohes Fieber (55,0 %), struppiges Fell (46,6 %) und vergroserter Bauchumfang (46,5 %). Die Diagnose erfolgte uberwiegend mittels Blutuntersuchung (87,3 %), PCR (53,5 %) und Abdomenultraschall mit Punktion (43,1 %). Von den Befragten nannten 81,9 % das Internet als primare Informationsquelle fur Therapiemoglichkeiten. Zum Zeitpunkt der Umfrage waren 98,1 % der Katzen am Leben, 75,0 % galten als vollstandig genesen, und 1,9 % verstarben oder wurden euthanasiert. Hierbei wurden 98,3 % der erkrankten Tiere mit GS-441524 behandelt; 298 Tiere (34,1 %) von ihnen erhielten eine Kombination aus Tabletten (oral) und Spritzen (subkutan), was bei 229 Tieren (76,8 %) erfolgreich war. Die Mehrzahl der Halterinnen und Halter (36,3 %) gab fur einen Behandlungszyklus 1.000–1.500 Euro aus. Die Ergebnisse dieser Diplomarbeit zeigen, dass soziale Medien eine bedeutende Rolle bei der FIP-Informationsverbreitung spielen und unterstreichen die ethische Problematik einer scheinbar lebensrettenden, jedoch nicht zugelassenen Therapieform.
Fields of Study & Subjects
Animal Virus Infections Studies
Veterinary Medicine and Surgery
Animal health and immunology
Publication details
- Journal / source
- Phaidra - Repository of the University of Veterinary Medicine, Vienna
- Publication date
- 19 January 2026
- Language
- DE