Auftreten und Relevanz unterschiedlicher Pathogene im Rahmen zentralnervaler Symptome bei Schweinen aus österreichischen Betrieben - eine retrospektive Erhebung von 2016 bis 2020
Abstract
Diese Diplomarbeit befasst sich mit dem Auftreten und der Relevanz unterschiedlicher Pathogene im Rahmen zentralnervaler Symptome beim Schwein in österreichischen Betrieben. Es handelt sich um eine retrospektive Datenerhebung für den Zeitraum 1. Jänner 2016 bis 30. Juni 2020. Die Daten umfassen Schweine sämtlicher Altersklassen und unterschiedliches Probenmaterial, welches in Zusammenhang mit zentralnervalen Symptomen gebracht werden konnte. Insgesamt wurden 463 Fälle erfasst und einer deskriptiven Auswertung unterzogen (IBM SPSS Statistics 25.0, International Business Machines Corporation, USA). Die meisten Fälle wurden für das Jahr 2016 vermerkt (32, 83 %). In Bezug auf die monatliche Verteilung wurden am häufigsten im November Fälle mit ZNS-Symptomatik erfasst (66, 14,25 %). Ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten bestimmter Pathogene und der Jahreszeit konnte jedoch im Rahmen dieser Datenauswertung nicht für Österreich festgestellt werden. Das Bundesland mit der höchsten Fallzahl war Oberösterreich mit 292 Fällen (63,07 %). Dieses Ergebnis wird in dieser Arbeit nicht primär mit einem lokal erhöhten Aufkommen zentralnervaler Pathogene in Verbindung gebracht, sondern ist der erhöhten Gesamtanzahl an Schweinen in diesem Bundesland geschuldet. Des Weiteren wurde eine besonders hohe Betroffenheit der Aufzuchtferkel (122, 49 %) beobachtet. Sowohl in bakteriologischen (38,55 %) als auch in pathomorphologischen Untersuchungen (62,26 %) wurde am häufigsten S. suis nachgewiesen. Somit konnte bestätigt werden, dass Bakterien öfter als verursachendes Agens in der Entstehung von zentralnervalen Erkrankungen nachgewiesen werden als Viren. Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigten trotz alle dem eine hohe Nachweisrate von APPV (38,01 %). Diese ist zurückzuführen auf Ausbrüche von CT in österreichischen Schweinebetrieben und den darauffolgenden US, um die Relevanz dieses Erregers in Österreich festzustellen, die im Zeitrahmen dieser Datenerfassung stattgefunden haben. Abschließend lässt sich sagen, dass sowohl S. suis als auch APPV vermehrt in österreichischen Schweinebetrieben auftreten und aktuell von hoher Relevanz sind. Daneben wurde M. hyorhinis öfter als erwartet in Zusammenhang mit ZNS-Symptomen nachgewiesen, jedoch bedarf es hier noch weiterer Forschung, um die Relevanz dieses Erregers in der Entstehung zentralnervaler Erkrankungen besser verstehen zu können. Diese Ergebnisse sollen sowohl Tierärzte:Innen als auch Tierhalter:Innen eine Hilfestellung bieten, um sich der aktuellen Situation bewusst zu sein und um präventive Maßnahmen zur Verhinderung von Krankheiten ergreifen zu können.
Fields of Study & Subjects
Veterinary medicine and infectious diseases
Microbial infections and disease research
Clostridium difficile and Clostridium perfringens research
Publication details
- Journal / source
- Phaidra - Repository of the University of Veterinary Medicine, Vienna
- Publication date
- 8 January 2026
- Language
- DE