Stressbewertung in einem murinen Modell der chronischen Nierenerkrankung
Abstract
Der Belastungsrad der 5/6 -Nephrektomie wird aufgrund der Eingriffe in ein lebenswichtiges Organ und deren chronischen Auswirkungen auf die Tiere als „schwer“ eingestuft. Die Überlebensrate und das Wohlbefinden der Tiere nach dem Eingriff sind wichtige Indikatoren, wobei eine höhere Überlebensrate und geringere Beeinträchtigungen auf eine wenig invasive Methode oder weniger Komplikationen hinweisen. Für meinen Versuch wurden 36 Versuchstiere in zwei Gruppen unterteilt: die NX -Gruppe, welche einer 5/6 -Nephrektomie unterzogen wurde, und die SH -Gruppe, welche einer Scheinoperation unterzogen wurde und somit als Kontrollgruppe fungierte. Nach den chirurgischen Eingriffen wurden die Mäuse mittels Videoaufnahmen 5 Minuten lang beobachtet, um ein detailliertes Verhaltensprofil zu erstellen. Darüber hinaus wurden regelmäßig Gewichtsdaten erhoben, um mögliche Auswirkungen der Operation zu dokumentieren. Die Analyse des Ethogramms ergab Anzeichen von Schmerz bei den Mäusen der NX -Gruppe sowie auch teilweise der SH -Gruppe, was auf eine mögliche Unzulänglichkeit des verwendeten Analgesieschemas hinweist. Diese Ergebnisse legen nahe, dass eine Anpassung des Analgesieschemas erforderlich gewesen wäre, um eine angemessene Schmerzlinderung und damit eine verbesserte Tiergesundheit und -wohlergehen sicherzustellen. Eine mögliche Anpassung ist die Verabreichung eines Buprenorphin- Depotpräparats, um eine langanhaltende Wirkung zu erzielen. Eine präzisere postoperative Überwachung ist vorteilhaft, um gezielte Schmerztherapien zu verabreichen. Die Tiere sollten vor allem in den ersten 24 Stunden nach der Operation stündlich überwacht werden. In der anschließenden Genesungsphase sind, je nach Belastungsgrad, mehrere Kontrollen pro Tag notwendig. Allerdings ist die vollständige Eliminierung von Schmerzen in allen experimentellen Szenarien nicht immer möglich. Notwendige Interventionen zum Schutz und Wohlbefinden der Tiere sind gesetzlich vorgeschrieben und müssen stets Priorität haben. Wissenschaftliche Anforderungen müssen sich an diesen Rahmen halten. Eine angemessene Betreuung und Pflege der Tiere kollidiert nicht mit den wissenschaftlichen Zielen, sondern stellt vielmehr eine Voraussetzung für ethische Durchführungen der Versuche dar. Trotz Fortschritten in der Tierschutzforschung bestehen weiterhin Herausforderungen wie die Messung von Schmerz und Stress, individuelle Unterschiede bei Tieren und die Entwicklung von Alternative.
Fields of Study & Subjects
Veterinary Pharmacology and Anesthesia
Animal testing and alternatives
Animal Behavior and Welfare Studies
Publication details
- Journal / source
- Phaidra - Repository of the University of Veterinary Medicine, Vienna
- Publication date
- 16 January 2026
- Language
- DE