Untersuchungen zu Wahrnehmung und Akzeptanz von In-vitro-Fleisch unter Veganer:innen im deutschsprachigen Raum
Abstract
Vor dem Hintergrund der Debatte rund um Treibhausgasemissionen, Antibiotikaresistenzen, Zoonosen und Tierwohl steigt die Nachfrage nach Alternativen zur „klassischen“ Fleischproduktion. Eine mögliche Alternative, die gegenwärtig an Aufmerksamkeit gewinnt, ist das sogenannte In-vitro-Fleisch. Neben technischen Herausforderungen stellt sich hierbei auch die Frage der gesellschaftlichen Akzeptanz. Die vorliegende Arbeit widmet sich einem bislang kaum untersuchten Thema, nämlich, wie Menschen, die sich vegan ernähren, In-vitro-Produkte wahrnehmen und beurteilen. 235 Veganer:innen aus dem deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) nahmen an der Studie (Online-Fragebogen mit Fokus auf geschlossene Items) teil. Die Resultate zeigen, dass Veganer:innen großteils skeptisch gegenüber In-vitro-Fleisch eingestellt sind und sie daher als potenzielle Konsument:innen eher nicht in Frage kommen. Das Hauptargument, das für die Befragten gegen In-vitro-Fleisch spricht, ist, dass hierbei Tiere im Produktionsprozess immer noch eine Rolle spielen. Zugleich sehen viele der Befragten in In-vitro-Fleisch zumindest eine Verbesserung zum gegenwärtigen Status quo; so hoffen sie darauf, dass Omnivore auf derartige Produkte umsteigen. Allgemein zeigt sich in den Antworten, dass es bei der Beurteilung von Nahrungsmitteln nicht nur um Geschmack geht, vielmehr tauchen vielfältige Überlegungen rund um Tierethik, Umweltethik, Kosten, Gesundheit, Lebensmittelsicherheit und „Natürlichkeit“ auf.
Fields of Study & Subjects
Agriculture Sustainability and Environmental Impact
Consumer Attitudes and Food Labeling
Sensory Analysis and Statistical Methods
Publication details
- Journal / source
- Phaidra - Repository of the University of Veterinary Medicine, Vienna
- Publication date
- 6 February 2026
- Language
- DE