Parasitologie in der Zootiermedizin: Literaturrecherche und Analyse parasitologischer Beiträge in den Verhandlungsberichten des Internationalen Symposiums über die Erkrankungen der Zoo- und Wildtiere und deren Nachfolgeveranstaltungen 2001 bis 2023
Abstract
Zootiere können aufgrund des Zusammenlebens verschiedener Spezies in näherer Umgebung und veränderten klimatischen Verhältnissen im Vergleich zu ihrem natürlichen Lebensraum mit einem breiten Spektrum an Parasiten befallen sein. Infektionen mit Parasiten auf ein möglichst geringes Ausmaß zu begrenzen, sollte somit das Ziel jeder zoologischen Einrichtung darstellen. Aus diesem Grund wird der parasitologischen Diagnostik eine große Bedeutung im Bereich der Zootiermedizin beigemessen. Insbesondere eine regelmäßig durchgeführte koproskopische Untersuchung des Tierbestands spielt eine wichtige Rolle bei dem Erhalt der Tiergesundheit in Zoos. Um die Bedeutung der Parasitologie in der Zootiermedizin genauer zu betrachten, wurden im Rahmen der vorliegenden Diplomarbeit die Konferenzberichte der European Association of Zoo and Wildlife Veterinarians (EAZWV) und deren Vorgängerorganisationen auf das Vorkommen parasitologischer Beiträge analysiert. Der Schwerpunkt wurde dabei auf das Protozoon Toxoplasma gondii gelegt, welches einen weitverbreiteten Parasiten in zoologischen Einrichtungen darstellt. Insgesamt konnten in den Tagungsbänden der EAZWV von 2001 bis 2023 444 Beiträge zu Parasiten gefunden werden, wobei 531 verschiedene Parasitenspezies bei 472 unterschiedlichen Tierarten behandelt wurden. Toxoplasma gondii (T. gondii) stellte dabei mit 48 Artikeln den am häufigsten erwähnten parasitären Erreger in den Konferenzberichten dar. Die mit Abstand meisten Beiträge über diesen Parasiten konnten zu Katzen (Felidae) gefunden werden, was darauf zurückzuführen ist, dass Arten dieser Familie die einzigen Endwirte für T. gondii darstellen. Der Manul (Otocolobus manul) war die am häufigsten untersuchte Spezies in Zusammenhang mit Toxoplasmose und gilt genauso wie Neuweltaffen, Lemuren und australische Beuteltiere als besonders empfänglich für die Erkrankung, die bei diesen Tierarten tödlich enden kann. Daher sollte in zukünftigen Studien der Erforschung von Therapiemöglichkeiten bei Zootieren, vor allem bei hoch empfänglichen Arten, mehr Bedeutung beigemessen werden.
Fields of Study & Subjects
Toxoplasma gondii Research Studies
Helminth infection and control
Parasitic infections in humans and animals
Publication details
- Journal / source
- Phaidra - Repository of the University of Veterinary Medicine, Vienna
- Publication date
- 20 January 2026
- Language
- DE